Der ehemalige Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle Obama empfingen am Donnerstag drei ehemalige US-Präsidenten, Würdenträger, Prominente und die Öffentlichkeit im Obama Presidential Center in Chicago. Die Eröffnung markierte den Beginn der Arbeiten an diesem Zentrum, das eine Dekade nach dem Verlassen des Weißen Hauses errichtet wurde.
Der Campus in Chicago diente als Denkmal für die acht Jahre, die das Paar im Weißen Haus verbracht hatte. Das Zentrum vereinte Elemente eines Museums und eines Lesesaals mit Gemeinschaftseinrichtungen wie einem Spielplatz, einem Basketballplatz, einem Aufnahme-Studio und einer öffentlichen Bibliothek. Das Paar wählte das Viertel Jackson Park auf der South Side für den 19,3 Hektar großen Campus, nahe ihrem Wohnort in der Windy City, bevor sie ins Weiße Haus zogen.
Während der Eröffnungszeremonie erklärte Obama, dass das Zentrum nicht irgendein Ort sein konnte. Er betonte, dass es ein Ausdruck der Dankbarkeit sei und eine Anerkennung dafür, dass ein Großteil dessen, was er am meisten schätzte, ihm den Menschen dieser Stadt und den umliegenden Nachbarschaften verdankte.
Obama, der von 2009 bis 2017 als 44. US-Präsident regierte, erklärte, das Zentrum wurzelte in der Idee, dass Gemeinschaftsmitglieder und Besucher zusammenkommen und die Veränderungen schaffen konnten, die sie anstrebten. Er betonte, dass das Bauvorhaben nicht als „leb 없es Mausoleum“ konzipiert wurde. Stattdessen wollten sie eine „lebendige Feier der Gemeinschaft“ schaffen, ein Ort, an dem man gemeinsam lernen und die Freuden von Kunst, Musik, Sport und Spiel teilen konnte.
Michelle Obama sprach darüber, wie man die Isolation und die Spaltung überwinden konnte. Sie rief dazu auf, die Technologie beiseitezulegen und miteinander zu reden, zu lachen und zu weinen. Sie betonte, dass dies die Arbeit der Demokratie sei: Nachbarschaftlichkeit und die Pflege öffentlicher Räume. Sie fragte, wie man sich gegenseitig genießen und aus der Isolation befreien konnte.
Valerie Jarrett, ehemalige Beraterin und CEO der Obama Foundation, kommentierte die Eröffnung mit den Worten: „Dies ist kein Denkmal für die Obamas, dies ist eine Huldigung allen, die ihre Reise möglich machten.“ Vor den Obamas wurden ehemalige Präsidenten George W. Bush, Bill Clinton und Joe Biden vorgestellt. Zudem nahmen mehrere Würdenträger und internationale Führungspersönlichkeiten teil, darunter der ehemalige deutsche Bundeskanzler Angela Merkel und der kanadische Premierminister Justin Trudeau.
Obwohl der aktuelle US-Präsident Donald Trump, der lange und offen mit Obama gestritten hatte, nicht zur Eröffnung eingeladen wurde, spürte seine Anwesenheit. Seine Präsenz wurde durch die Reden der Obamas angedeutet, die seine Politik als Ursache für politische und kulturelle Risse im Land und als Bedrohung für die Demokratie, die das Zentrum zeigen sollte, darstellten. Die Feierlichkeiten am Donnerstag beinhalteten zudem Auftritte verschiedener Künstler, darunter Jennifer Hudson, Christina Aguilera, John Legend, Common, Marc Anthony sowie U2 und Bruce Springsteen.