Der Oberste Gerichtshof entschied, dass der Bau eines Ballsaals im Weißen Haus fortgesetzt werden durfte. Diese Entscheidung stellte einen Sieg für den Präsidenten Donald Trump dar. In einer Entscheidung mit fünf zu vier Stimmen gewährten die Richter dem Notantrag der Trump-Administration und verhinderten niedrigere Gerichtsentscheidungen, welche den Bau eines oberirdischen Teils des Projekts gestoppt hätten.
Die Klage erhob der National Trust for Historic Preservation. Diese Organisation argumentierte, dass der Präsident keine einseitige Befugnis besaß, mit dem Bau fortzufahren. Trump hatte zuvor den historischen Ostflügel des Regierungssitzes abgerissen, um den Ballsaal zu errichten. Das Weiße Haus gab an, das Projekt werde bis November „wesentlich“ fertiggestellt und vollständig bis August 2028 abgeschlossen. Der Gerichtshof erlaubte dem Bau des Ballsaals von 90.000 Quadratmetern, während die Richter den Rechtsstreit zur vollständigen Unterbindung prüften.
Die Mehrheit der Richter erklärte, dass die Denkmalschutzgruppe keine Berechtigung besaß, gegen die Regierung zu klagen. Sie stellten fest, dass die Trump-Administration erfolgreich argumentieren konnte, dass das Projekt „unvermeidbaren Schaden ohne Unterlassung erleiden würde“. Die Entscheidung betraf nicht die Rechtmäßigkeit des Ostflügelprojekts, doch die Richter sahen die Klage als unbegründet an.
Der Chefjustiz John Roberts stimmte dagegen und kritisierte die Entscheidung scharf. Er argumentierte, dass der Bau wahrscheinlich unrechtmäßig sei, da der Kongress das Projekt nicht genehmigt hatte. Roberts bezeichnete die Entscheidung als keinen Sieg für die Gewaltenteilung. Trump reagierte auf das Urteil, indem er erklärte, er sei „erfreut“, dass die „grundlose“ Klage den Bau nicht gestoppt hatte. Er betonte, dass das Gebäude eines der größten sei, die je in Washington, D.C. errichtet worden seien.
Die Argumentation der Denkmalschutzorganisation basierte auf der Behauptung, dass der Bau irreversible Schäden an einem historischen Denkmal verursachte. Eine Vertreterin des Trusts erklärte, sie würde sowohl berufliche als auch persönliche Schäden erleiden, wenn ein Ballsaal dieser Größe und Form errichtet würde. Roberts führte in seiner Dissensanmerkung an, dass die von der Klägerin geltend gemachten Schäden ausreichten, um den Rechtsstreit voranzubringen.
Das Ballsaalprojekt und die Errichtung des Helidecks auf der Südseite waren Teil von Trumps umfassender Bemühung, die Stadtlandschaft Washingtons zu verändern. Seine Pläne umfassten die Renovierung des Lincoln Memorial Reflecting Pool und die Errichtung eines „Arc de Trump“, der größer sei als der Arc de Triomphe in Paris.