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Wissenschaft

Oberster Gerichtshof öffnete Weg für klinische Studien mit Pubertätsblockern

Rechtliche Anfechtungen gegen Forschung an Minderjährigen scheiterten

Ein Oberster Gerichtshof wies eine rechtliche Anfechtung gegen eine klinische Studie zur Anwendung von Pubertätsblockern zurück. Das Urteil erfolgte am Freitag und eröffnete somit den Weg für die geplante Forschung, die von Forschern am King’s College London (KCL) durchgeführt wurde. Die Anfechtung zielte darauf ab, die Forschung zu stoppen, da Befürchtungen vor potenziellen Schäden an den teilnehmenden Kindern vorlagen.

Der Richter Chamberlain lehnte den Antrag auf gerichtliche Überprüfung ab. Er argumentierte, dass die Ansprüche der Kläger keine realistische Chance auf Erfolg vor Gericht besaßen. Er stellte fest, dass jeder Patient der Pathways-Studie von Fachärzten über „viele Monate“ beurteilt wurde, welche die Meinung bildeten, dass ein Kind eine vernünftige Aussicht auf einen klinischen Nutzen aus der Behandlung hatte.

Die Universität begrüßte die Entscheidung des Gerichts. Sie versicherte, dass besondere Sorgfalt auf die Sicherheit der Teilnehmenden der Studie gelegt würde, welche ab dem 1. August über 220 Kinder im Alter zwischen 11 und 16 Jahren rekrutieren sollte. Kritiker, darunter der Psychotherapeut James Esses und Keira Bell, drückten ihre Traurigkeit über das Urteil aus. Sie betonten, dass die medizinische Praxis und die Moral nicht immer in Einklang standen und dass die Studie unter diesen Bedingungen unmöglich gewesen wäre.

Die Bayswater Group, die mit Eltern von gender-fragierenden Kindern zusammenarbeitete und an der rechtlichen Anfechtung beteiligt war, äußerte sich ebenfalls kritisch. Sie meinten, dass die Pathways-Studie die rechtlichen und ethischen Schwellenwerte für die Forschung an Kindern nicht erfüllte. Sie stellten fest, dass das Design und die Umfang der Studie sowie die bekannten und potenziellen Schäden der Intervention fundamentale Fragen bezüglich des Schutzzustandes für Minderjährige aufwarfen.

Ein Sprecher des KCL erklärte, dass die Pathways-Studie eine sorgfältig konzipierte Untersuchung sei, um dringend benötigte Erkenntnisse über die potenziellen Vorteile und Risiken der Pubertätsunterdrückung zu liefern und die Versorgung im Rahmen des National Health Service zu verbessern. Er betonte, dass nur junge Menschen mit langfristiger Geschlechtsinkongruenz, die bereits umfassende psychologische und soziale Unterstützung durch die Gesundheitsdienste erhielten, teilnehmen konnten. Die Studie unterlag strengen Zulassungsanforderungen und wurde von den zuständigen Regulierungsbehörden des Vereinigten Königreichs genehmigt.

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