Die Rohölpreise fielen am Montag unter die Marke von 100 Dollar pro Barrel. Die Aktienmärkte stiegen auf, da die Erwartung einer Friedenslösung zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zunahm. Die Futures für Brent-Rohöl, den globalen Ölbenchmark, sanken um sechs Prozent auf 97,43 Dollar pro Barrel, was das niedrigste Niveau in zwei Wochen darstellte. Diese Entwicklung resultierte aus der Hoffnung, dass ein Abkommen zur Beendigung des dreimonatigen Konflikts zwischen den USA und Israel im Iran zustande kam.
Obwohl ein Rahmen für Verhandlungen ausgehandelt worden war, blieben die Vereinigten Staaten und der Iran bei zentralen Streitpunkten, wie der Blockade der Straße von Hormus, uneinig. Ein Sprecher der iranischen Regierung warnte, dass ein Abkommen „nicht unmittelbar bevorstehe“. Die faktische Schließung der Straße trieb die Energiepreise nach den ersten Raketenangriffen der USA und Israels auf Teheran am 28. Februar in die Höhe.
Experten äußerten Vorsicht. Warren Patterson, Leiter der Rohstoffstrategie bei ING, betonte, dass solche Verhandlungen bereits zuvor gescheitert waren. Er erklärte, dass der Markt daher wahrscheinlich vorsichtiger agieren würde und übermäßige Reaktionen vermeiden würde. Analysten bemerkten zudem, dass eine Rückkehr zu normalen Ölflüssen Monate in Anspruch nehmen würde, während beschädigte Energieinfrastruktur in Katar und anderen Regionen repariert wurde.
Dennoch blieben die Ölpreise deutlich höher als in der Zeit vor dem Iran-Konflikt, als ein Barrel Brent-Rohöl etwa 70 Dollar erzielte. Die Durchfahrt der Straße blieb ein kritischer Faktor; zwei Tanker, die Flüssigerdgas transportierten, verließen die Straße am Montag auf dem Weg nach Pakistan und China, während ein Supertanker mit irischem Rohöl am Samstag nach China segelte.
Die UBS-Analystin Giovanni Staunovo betonte, dass die physischen Ölflüsse die entscheidenden Faktoren für den Ölmarkt blieben und dass die Strömungen durch die Straße bislang eingeschränkt blieben. Trotz des Rückgangs am Montag stiegen die Inflationsängste weltweit an, bedingt durch die höheren Kosten für Öl, Gas und viele andere Güter, einschließlich Düngemittel, welche die Lebensmittelpreise in den kommenden Monaten stark erhöhen sollten.
Als Reaktion darauf wichen die Erwartungen an Zinssenkungen durch die Zentralbanken vor dem Iran-Konflikt den Prognosen von Zinserhöhungen. Die Märkte erwarteten, dass die Bank von England zweimal in diesem Jahr die Zinssätze erhöhte. Gleichzeitig stiegen Gold und die Anleihefutures, während die Aktienfutures höhere Werte erreichten, da Investoren die Möglichkeit neu bewerteten, dass der gefährlichste Engpass der Welt bald wieder zu einem normalen Fluss werden könnte.