Die globalen Ölpreise stürzten auf ein Drei-Monats-Tief und die Finanzmärkte reagierten mit einer Rallye. Diese Entwicklung resultierte aus neuen Hoffnungen, dass ein Friedensabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran das größte Energieversorgungskrisel in der jüngeren Geschichte beenden würde. Der Preis für Rohöl Brent fiel um fünf Prozent und sank unter 83 Dollar pro Barrel, als die neue Handelswoche begann. Die Optimisten sahen eine baldige Wiedereröffnung der Meerenge von Hormus, was eine Rückkehr der Golfölexporte auf den Markt bedeuten sollte.
An den Wall Street rallyierten die Aktienmärkte. Der Industriemittelwert des Dow Jones stieg um einen Prozentpunkt und erreichte damit einen neuen Rekordwert. Investoren begrüßten die Nachricht, dass Washington und Teheran ein vorläufiges Abkommen erzielt hatten. Donald Trump verkündete am Sonntag, dass ein Abkommen „jetzt abgeschlossen“ sei, und autorisierte die freie Öffnung der Hormus-Straße sowie die sofortige Entfernung der US-Navalblockade. Er erklärte, dass die Ölflüsse für die Region und die Welt wieder auf beiden Seiten erfolgen sollten.
Viele Details des Abkommens blieben jedoch unklar. Insbesondere die genaue zeitliche Abstimmung der Wiedereröffnung der maritimen Route sowie die Zuständigkeiten für die sichere Durchfahrt standen im Raum. Die iranische Behörde teilte mit, dass eine sechzigtägige Verhandlungsphase für ein endgültiges Abkommen vorgesehen sei, das auch weitreichendere Themen wie das nukleare Programm Teherans und die Entlastung von Sanktionen behandeln müsse.
Die Ölpreise erreichten ihren Tiefstand bei knapp über 82 Dollar pro Barrel, ein Niveau, das seit den Anfängen des Konflikts im März 2024 nicht mehr erreicht worden war. Die Preise stürzten nach den Aussagen von Trump, die auf ein Friedensabkommen hinwiesen, von 93 Dollar pro Barrel auf 87,50 Dollar pro Barrel. Während Europa eine gemischte Reaktion zeigte – der britische FTSE 100 stieg zunächst um 0,8 Prozent, beruhigte sich dann aber wieder – erlebten die asiatischen Märkte eine deutliche Aufwärtsbewegung. Der Nikkei-Index Japans und der Kospi Südkoreas stiegen um fünf Prozent, während der chinesische CSI 300 um 1,9 Prozent erhöhte.
Die globale Ölversorgungslücke wurde durch verschiedene Faktoren verengt. Golfproduzenten gelang es, etwa fünf Millionen Barrel Öl pro Tag über Pipelines in andere regionale Exportzentren umzuleiten. Zudem konnten in jüngster Zeit weitere zwei Millionen Barrel pro Tag durch die Unterstützung der US-Militärs mittels „dunkler Tanker“ auf den Markt gebracht werden. Gleichzeitig reduzierten die Nachfrageschwäche die Lücke: China minderte seine Importe um etwa vier Millionen Barrel pro Tag, um auf historische Tiefstände zu kommen. Auch die Petrochemie in Asien dämpfte ihre Aktivitäten, was die globale Versorgungslage abschwächte.