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Politik

Opernhaus appelliert an britische Regierung, für georgischen Sänger zu intervenieren

Georgischer Basssänger Paata Burchuladze wurde wegen politischer Proteste in Georgien verhaftet

Das Königliche Opernhaus in London forderte den britischen Premierminister Keir Starmer auf, in den Fall von Paata Burchuladze einzugreifen. Der weltbekannte Basssänger wurde in Georgien seit Oktober wegen angeblicher Führung eines Staatsstreichs gegen den autoritären Staat verhaftet. Burchuladze, der eine herausragende Karriere am Königlichen Opernhaus und am Metropolitan Opera House in New York absolvierte, wurde nach seiner Verhaftung mit einer siebenjährigen Haftstrafe konfrontiert, die er als lebenslange Freiheitsstrafe für sein Alter empfand.

Burchuladze wurde festgenommen, nachdem er sich bei einer Demonstration vor dem Präsidentsaal in der Hauptstadt Tiflis angeschlossen hatte. Er sang bei den Protesten und verkündete am 4. Oktober eine Erklärung, in der er forderte, dass die Macht den Menschen zurückgebe und die Regierung als „illegitim“ bezeichnete. Er wurde zusammen mit neun weiteren Personen in Verbindung gebracht, die für die Organisation von Gewalt gegen das Regime verantwortlich waren, welches faktisch vom reichsten Mann Georgiens, Bidzina Ivanishvili, geführt wurde.

Ivanishvili, der Vorsitzende der regierenden Partei Georgian Dream war, erlitt 2024 Sanktionen der Vereinigten Staaten, weil er die Demokratie Georgiens zugunsten von Wladimir Putin und Russland untergrub. Das Opernhaus äußerte sich in einem Schreiben an den britischen Premierminister Peter Katona und betonte, dass Burchuladze als Warnsignal gegen jene gehandelt wurde, die sich dem Regime widersetzten. Katona erklärte, die Anklagen gegen den Sänger seien „vollständig erfunden und unrechtmäßig“ und dass er nur wegen seiner kritischen Haltung gegen das Regime verfolgt wurde.

Katona betonte zudem die dramatischen Verhältnisse in Georgien. Burchuladze befand sich nun unter über hundert politischen Gefangenen, und während friedlicher Demonstrationen wurden über fünfhundert Menschen verhaftet, zudem berichteten über dreihundert Fälle von Folter und Misshandlung. Das Opernhaus appellierte an die internationale Gemeinschaft, die Freiheit und die Menschenrechte Georgiens zu schützen.

Die Botschaft der britischen Kulturinstitution fand Echo in Brüssel. Christina Scheppelmann, Generaldirektorin des belgischen Nationaloper La Monnaie, schrieb dem belgischen Premierminister, dass Burchuladze kein faires Verfahren erfuhr. Sie erklärte, dass seine Grundrechte verletzt wurden und er als Warnung gegen andere politisch Verfolgte diente. Die Europäische Union hatte ihre Verhandlungen über die Beitrittsfrage Georgiens zum Bündnis aufgrund der demokratischen Rückschritte des Regimes ausgesetzt.

GeorgienMenschenrechtePolitikKultur

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