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Pakistan führte tödliche Angriffe entlang der afghanischen Grenze durch

Taliban verurteilte die Aktion als Verbrechen; Konflikt um Terrorismus und Grenzstreitigkeiten eskalierte

Pakistan führte am Sonntag Luftangriffe durch und entsandte Bodentruppen in afghanische Provinzen entlang seiner westlichen Grenze. Offizielle Stellen berichteten, dass diese Angriffe Dutzende von Zivilisten töteten. Die Taliban-Regierung verurteilte die Aktion als „feige Tat“ und nannte sie ein „Verbrechen und eine Gräueltätigkeit“. Nach Angaben der Taliban wurden mindestens hundert Menschen getötet oder verletzt.

Pakistan erklärte, die Angriffe seien eine Reaktion auf „jüngste terroristische Anschläge gegen unschuldige Menschen“ gewesen. Das pakistanische Informationsministerium gab an, dass zwanzigundneun Militanten getötet worden seien, die auf ihre Verstecke abzielten. Pakistan hatte lange Zeit Afghanistan vorgeworfen, Terroristen unterzubringen, die Angriffe auf sein Territorium verübten. Die Taliban-Regierung wies diesen Vorwurf entschieden zurück.

Die Streitigkeiten zwischen den beiden Ländern entfalteten sich bereits vor dem jüngsten Vorfall. Kabul hatte Islamabad zuvor vorgeworfen, unangekündigte Angriffe verübt zu haben, bei denen Zivilisten getötet wurden. Beide Staaten hatten im Oktober nach Wochen tödlicher Zusammenstöße einen Waffenstillstand vereinbart. Dieser Waffenstillstand brach jedoch seither zusammen.

Die unterschiedlichen Darstellungen der Ereignisse zeigten sich in den Details der Angriffe. Die Taliban-Regierung behauptete, die Angriffe hätten zivile Wohnungen getroffen. Pakistan hingegen erklärte, die Ziele seien Verstecke von Militanten in den Provinzen Paktia, Paktika und Kunar gewesen. Die Opfer konzentrierten sich laut den Taliban auf Mandikhel, ein Dorf in der Provinz Paktika.

Die jüngsten Ereignisse folgten auf weitere Konflikte. Vor diesem Vorfall starben drei Mitglieder der Sindh Rangers, einer pakistanischen paramilitärischen Einheit, in ihrer Zentrale in Karachi. Auch drei Militanten starben bei einem Suizidangriff, und pakistanische Beamte verhafteten einen vierten, der Afghan war. Jamaat-ul-Ahrar, eine Abspaltung der TTP, beanspruchte die Verantwortung für den Angriff vom Samstag.

Intermittierende Grenzkonflikte und Luftangriffe in der Grenzregion führten in den letzten Monaten zu zahlreichen Todesfällen in beiden Ländern. Im Februar führten Zusammenstöße zwischen den beiden Staaten zu zahlreichen Opfern. Im März führte ein pakistanischer Schlag gegen ein Rehabilitationszentrum in Kabul Hunderte von Menschen um. Bereits im Juni führte Pakistan tödliche Luftangriffe durch, die sechsundzwanzig Militanten töteten. Die Taliban-Regierung berichtete, dass in diesen Angriffen auch dreizehn Menschen, hauptsächlich Kinder, getötet worden seien.

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