FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Politik

Pakistan verhängte neue Beschränkungen für internationale Medien

Regierungsrichtlinien zur Berichterstattung in Kaschmir stießen auf heftigen Widerstand

Die pakistanischen Behörden verhängten neue, strenge Beschränkungen für internationale Medien. Diese Regelungen verboten den Medien, in den meisten Teilen des Landes zu berichten. Gemäss den neuen Vorschriften mussten alle Personen, einschliesslich pakistanischer Staatsbürger, vor der Berichterstattung eine Erlaubnis einholen. Ausgenommen von dieser Pflicht waren lediglich die Städte Islamabad, Karachi und Lahore.

Diese Massnahmen lösten bei journalistischen Organisationen heftigen Widerstand aus. Pakistan befand sich im Weltpressefreiheitsindex mit 153 von 180 Ländern. Mehrere Regierungen hatten bereits zuvor Einschränkungen und Zensur für lokale Medien erlassen. Dies stellte jedoch den ersten Fall dar, in dem Beschränkungen auf internationale Medien verhängt wurden.

Die plötzliche Ankündigung der neuen Regeln erfolgte nach dem Tod Dutzender Demonstranten im pakistanisch besetzten Kaschmir. Diese Ereignisse berichtete ausschliesslich die internationale Presse. Die Website von Al Jazeera erlitt eine Einschränkung, nachdem sie über die Proteste und die Boykotte regionaler Wahlen in Muzaffarabad berichtete. Das Informationsministerium verurteilte die Berichterstattung von Al Jazeera als „gelbe Journalistik“.

Die BBC berichtete aus dem pakistanisch besetzten Kaschmir und zitierte Demonstranten sowie Personen, die die Sicherheitskräfte Pakistanischs an Anschlägen gegen unbewaffnete Protestierende verdächtigten. Die pakistanischen Behörden gaben eine scharf formulierte Zurückweisung und forderten alle Journalisten auf, Kaschmir unverzüglich zu verlassen.

Die neuen Richtlinien, die das Informationsministerium als „Leitlinien zur Erleichterung der ausländischen Medien 2026“ bezeichnete, lieferten keinen zeitlichen Rahmen für die Erteilung von Genehmigungen. Nasir Zaidi, ehemaliger Generalsekretär der Pakistan Federal Union of Journalists, bemerkte, dass internationale Medien objektiv über Protestbewegungen und Repressionspolitik berichteten. Er argumentierte, dass internationale Berichterstattung die Versuche der Regierungen, die Nachrichten zu unterdrücken, gescheitert hatte.

Zaidi kritisierte die neuen Regeln als repressive Massnahme, die den Bewegungsspielraum der Journalisten einschränkte. Er betonte, dass solche Einschränkungen für internationale Medien schlimmer seien als die Militärherrschaft. Die neuen Vorschriften verlangten zudem die obligatorische Akkreditierung und Registrierung für internationale Medien und Journalisten. Experten und Journalisten bezeichneten diese Bestimmungen als vage und schwer interpretierbar. Sie sendeten eine falsche Botschaft an die Welt, da sie die Meinungsfreiheit und die Freiheit der internationalen Presse einschränkten.

PakistanMedienfreiheitZensurKaschmir

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp