Papst Leo XIV rief europäische Staatsmänner auf, sich der „bedeutenden Herausforderung“ der Migration zu stellen. Während seines Besuchs auf der italienischen Insel Lampedusa forderte der Pontifikat die Europäer auf, neue Ankommende besser in die Gesellschaft zu integrieren und die Lebensbedingungen in ihren Herkunftsländern zu verbessern. Auf einer Messe auf der Insel sprach der Papst über die Opfer der Entscheidungen, die getroffen und die nicht getroffen worden waren. Er betonte, dass die Migration eine tiefgreifende Herausforderung für europäische Gesellschaften darstellte.
Der Papst begann seine Reise mit einem Besuch eines Friedhofs auf Lampedusa, wo er die Gräber von Migranten besuchte, die während der gefährlichen Reise über das Mittelmeer von Afrika nach Europa starben. Er stand zudem am Denkmal „Tor Europas“ für jene, die beim Überqueren der Route ums Leben kamen, und sprach mit einer Migrantenfamilie. Er sah in diesem Kontext die momentane Herausforderung, die das Phänomen der Migration für die europäischen Gesellschaften darstellte.
Der Pontifikat erklärte, dass Europa die Krise in dieser Region umfassend angehen konnte. Er forderte die Implementierung unmittelbarer Hilfsmaßnahmen in einen langfristigen strategischen Plan, der die Aufnahme, den Schutz, die Unterstützung und die Integration von Migranten vorsah. Ferner betonte er die Notwendigkeit, Entwicklungsländer zu unterstützen, um zu verhindern, dass Menschen gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen.
Die Insel Lampedusa beherbergte ein Empfangszentrum für Migranten, welches mit schwierigen Lebensbedingungen überfüllt war. Die Reisenden nutzten oft schlecht gewartete und überfüllte Schiffe, was die Überfahrten für die Insassen noch gefährlicher machte. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration starben oder verschwanden in diesem Jahr über 1.400 Menschen während der Überfahrt über das Mittelmeer, darunter 28 Kinder.
Der Papst betonte, dass die Unterstützung für Migranten ein zentrales Thema seiner päpstlichen Amtszeit war. Seine Botschaft erinnerte daran, dass die Geschichten der Menschen gesehen wurden und dass Willkommen nicht nur ein Wort, sondern ein Akt der Menschlichkeit sei. Diese Haltung stellte ihn häufig in Konflikt mit der Haltung der Vereinigten Staaten dar, deren anti-Migrationspolitik er als unmenschlich bezeichnete.