Erin Patterson appellierte gegen ihre Verurteilung wegen des Mordes an drei Verwandten ihres Ex-Ehemanns und der Versuchsstraftat gegen einen vierten. Die Berufung gegen die Verurteilung betraf vorrangig die Frage der Jury-Sicherung und der Unregelmäßigkeiten während des Verfahrens. Die Verteidigung argumentierte, dass es eine grundlegende Unregelmäßigkeit bei der Sicherung der Jury gab, da Parteien mit Interesse am Fall in derselben Unterkunft wie die Jury untergebracht waren.
Die Staatsanwaltschaft antwortete auf diese Einwände. Sie betonte, dass die Jury jederzeit unter der Aufsicht des Jury-Verwalters stand. Die Verteidiger stellten jedoch fest, dass die Anwesenheit von Polizeibeamten und Staatsanwälten in der Unterkunft während der Beratungen Fragen der Integrität aufwarf. Sie argumentierten, dass die Jury vollständig von allen Parteien getrennt sein musste.
Ein Verteidiger führte aus, dass die Sicherung der Jury nicht funktioniert hatte, weil Interessengruppen in derselben Unterkunft wie die Jury untergebracht waren. Er verwies auf eine E-Mail des Gerichtsbeschafften, die keine Interaktion zwischen der Jury und den Parteien belegt. Dennoch bestand die Auffassung, dass die Jury die Möglichkeit hatte, Teilnehmer einer Seite des Falles zu sehen.
Ein weiterer Aspekt der Berufung betraf die Beweisführung. Patterson appellierte auch darauf, dass mobile Sendertower-Beweise sowie Hinweise auf den Fund von Pilz-Kappen in ihrer Nähe nicht in das Verfahren einbezogen worden seien. Sie argumentierte, dass diese Beweise irrelevant seien.
Die Staatsanwaltschaft appellierte gegen die verhängte Strafe. Sie befand die Strafe als „offensichtlich unzureichend“. Die Anklage argumentierte, dass das Gericht bei der Festsetzung der Strafe versagt hatte, indem es die Möglichkeit der Bewährung nicht ausreichend berücksichtigte. Die Anklage betonte, dass Patterson aufgrund der Schwere ihrer Verbrechen niemals freigelassen werden dürfe.
Das Gericht hatte bei der Verurteilung festgestellt, dass die Täter aufgrund der Bekanntheit ihrer Verbrechen für eine lange Zeit in einer Einzelhaft gehalten wurden. Die Staatsanwaltschaft forderte eine Anpassung der Strafe, um die Möglichkeit der Bewährung zu ermöglichen. Die drei Richter, die die Berufungsargumente hörten, würden entscheiden, ob die Verurteilung aufgehoben werden sollte und ob Patterson lebenslang ohne Möglichkeit der Bewährung inhaftiert bleiben sollte.