Über eine hunderttausend Unterschriften hatten Kanadier eine Petition zur Entfernung des US-Botschafters Pete Hoekstra eingereicht. Diese Forderung entstand im Kontext eskalierender Handelsstreitigkeiten und der politischen Rhetorik bezüglich der Annexion Kanadas. Die Petition forderte die kanadische Regierung auf, Hoekstra gemäß der Wiener Verträge über diplomatische Beziehungen als persona non grata zu erklären. Zudem bat die Petition um eine parlamentarische Untersuchung des „US-diplomatischen Eingriffs in die inneren Angelegenheiten Kanadas“.
Die Unterschriften sammelten sich nach Monaten des Boykotts amerikanischer Waren und der Einstellung von Reisen. Die parlamentarische Petition überschritt die erforderliche Signaturgrenze erheblich. Daher erwartete man, dass die Vorsitzende der Grünen Partei, Elizabeth May, die Angelegenheit bei der bevorstehenden parlamentarischen Debatte vorbringen würde. Die Bundesregierung musste auf die Petition innerhalb von fünfundvierzig Kalendertagen eine formelle Antwort geben.
Die Spannungen zwischen den beiden Nationen nahmen durch die Rhetorik der Vereinigten Staaten zu. Präsident Donald Trump kritisierte das Land und seinen Handel mit den USA und drohte mit neuen Zöllen. Es kursierten Spekulationen, dass Kanada zur „51. Provinz“ werden könnte. Diese Spannungen verstärkten sich durch kanadische Einwände gegen US-Rhetorik bezüglich Grönland und durch eine gegen Zölle gerichtete Werbekampagne in Ontario.
Auch die militärische Zusammenarbeit erlitt Anspannung. Im Zusammenhang mit den Beschaffungsplänen für amerikanische F-35-Kampfflugzeuge warnte Hoekstra davor, dass Änderungen der Kaufpläne Ottawas die Operationen des NORAD beeinflussen könnten. Die Petition beschuldigte den Botschafter, bilaterale Beziehungen zu schädigen und Rhetorik zur Annexion Kanadas als „51. Provinz“ zu normalisieren.
Die Petition thematisierte zudem unzulässige politische Beteiligung durch den Botschafter bei Treffen mit Separatisten aus Alberta und seine Verbindung zu Entwicklern von Wähleridentitätsanwendungen. Trotz dieser Vorwürfe verteidigten Vertreter der grenzüberschreitenden Wirtschaftsgemeinschaft Hoekstra. Sie betonten, dass er für die Artikulation der Sichtweise des Präsidenten und das Verständnis der Herausforderungen nützlich blieb.