Der Tabakkonzern Philip Morris nutzte eine vertrauliche Senatsanhörung, um auf die Gefahr illegaler Zigaretten in Australien hinzuweisen. Das Unternehmen äußerte die Besorgnis, dass der Anstieg illegaler Produkte den legalen Handel bis 2030 vollständig vernichten könnte. Es wurde argumentiert, dass die Identitäten der Führungskräfte geheim gehalten werden müssten, um sie vor Bedrohungen durch organisierte Kriminalität zu schützen.
Die Regierungsparteien kritisierten die Koalitionsabgeordneten scharf dafür, dass sie dem Unternehmen erlaubten, Beweise in einer geschlossenen Sitzung in Canberra vorzulegen. Diese Vorgehensweise beendete damit eine mehr als fünfzehnjährige Präzedenzfall unter der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bezüglich der Transparenz bei der Berichterstattung von Tabakunternehmen.
Die Anhörung enthüllte ernste Warnungen vor dem Wachstum illegaler und unregulierter Tabakprodukte sowie dem Risiko, dass einige multinationale Hersteller den australischen Markt verlassen könnten, falls die legalen Verkaufszahlen sinken. Der zuständige Kommissar für illegale Tabak- und E-Zigarettenhandel betonte, dass illegale Verkäufe derzeit zwischen 50 und 60 Prozent des gesamten australischen Tabakmarktes ausmachen und einen Wert von rund 6,9 Milliarden Dollar erreichen.
Regierungsvertreter forderten von den Tabakherstellern Rechenschaft über kommerzielle Daten und Lieferketten. Gesundheitsminister mahnte die Abgeordneten eindringlich, sich an die WHO-Vereinbarungen zu halten und die Verantwortung für die von der Industrie vorgelegten Beweise zu übernehmen. Experten und Gesundheitsorganisationen äußerten sich scharf gegen die Geheimhaltung, da sie diese als eine Einladung zur Eskalation sahen.
Organisationen wie der Cancer Council und die Heart Foundation kritisierten die Verschwiegenheit als inakzeptabel. Sie betonten, dass Transparenz unverhandelbar sei und dass die Bekämpfung illegaler Märkte durch strengere Durchsetzung und entschlossenes Handeln erfolgen müsse, nicht durch Geheimhaltung.