Der Pilot, der sein kleines Flugzeug letzte Woche in den höchsten Wolkenkratzer Pekings stürzte, litt an chronischer Schlaflosigkeit und Angstzuständen. Die Behörden erklärten am Donnerstag, dass der Vorfall aus persönlichen Gründen geschah. Der Pilot, offiziell nur mit dem Nachnamen Liu identifiziert, starb bei dem Unfall, während dreizehn weitere Personen verletzt wurden.
Liu, ein 66-jähriger Einwohner Pekings, war ein geschiedener Freiberufler, der allein lebte. Die Regierung des Bezirks Chaoyang teilte mit, dass Lius Tagebuch „mehrere Ausdrücke des Suizids“ enthielt. Die umfassende Untersuchung konkludierte, dass es sich um einen Fall der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit aufgrund persönlicher Motive handelte.
Videos des Absturzes am CITIC Tower wurden vor der Untersuchung auf den sozialen Medien verbreitet und anschließend von den Behörden gelöscht. Viele Beobachter betrachteten diese Verbreitung als einen massiven Sicherheitsverstoß. Der 109-stöckige CITIC Tower, auch bekannt als China Zun, befand sich nur wenige Kilometer von Zhongnanhai, dem Hauptquartier der Kommunistischen Partei. Das Gebäude galt lange Zeit bei vielen Einheimischen als Glücksbringer.
Kurz nach dem Absturz am Freitag rief mindestens drei Luftfahrtunternehmen die BBC an und berichteten, sie hätten angewiesen bekommen, den Betrieb von Leichtflugzeugen auszusetzen. Am Nachmittag des Unfalls hatte Liu von einem Flughafen im Bezirk Pinggu abfliegen und sowohl Begleit- als auch Solo-Flüge durchgeführt. Während des Solo-Fluges wich er dem vorgesehenen Bereich ab und verlor den Kontakt zum Flughafen, bevor er mit dem Hochhaus kollidierte und am Unfallort starb.
Die Behörden gaben an, dass Liu seine Sportpilotenlizenz im Jahr 2021 und seine Privatpilotenlizenz im Jahr 2024 erworben hatte. Das Flugzeug, das letzte Woche geflogen wurde, war eine zweisitzige, einmotorige Aurora SA60L, hergestellt von der chinesischen Firma Sunward Aircraft.