Ein kleines Propellerflugzeug stürzte letzte Woche in den höchsten Wolkenkratzer Pekings, den China Citic Tower, ein Vorfall, der für erhebliche Aufmerksamkeit sorgte. Die chinesischen Behörden gaben bekannt, dass der Pilot des Fluggeräts psychische Probleme hatte. Die offizielle Erklärung lieferte die detaillierteste Darstellung des ungewöhnlichen Vorfalls, der am Abend des 26. Juni im zentralen Geschäftsviertel Pekings stattfand.
Der China Citic Tower, Sitz der staatseigenen Finanzdienstleistungsgruppe, befand sich etwa acht Kilometer vom Zhongnanhai-Komplex entfernt. Die Flugvermeidung über der Hauptstadt war aufgrund strenger Luftfahrtkontrollbestimmungen üblich. Trotz dieser Regelungen stürzte das Fluggerät in das Gebäude. Die Behörden nannten den Piloten Herrn Liu, einen 66-jährigen Mann, der geschieden war und allein lebte. Er besaß eine private Pilotlizenz, die er im Jahr 2024 erworben hatte.
Laut der Erklärung des Bezirks Chaoyang, in dem der Turm stand, hatte der Pilot vom Flugplatz im Distrikt Pinggu abgeflogen. Während des unabhängigen Fluges wich er dem festgelegten Bereich ab und verlor den Kontakt zum Flughafen. Infolgedessen kollidierte das Flugzeug mit dem Hochhaus und verstarb vor Ort. Die Untersuchung kam zu dem Schluss, dass Liu unter chronischer Schlaflosigkeit und Angstzuständen litt und wiederholt in einem Tagebuch über den „Ende seines Lebens“ geschrieben hatte.
Die Behörden erklärten, dass der Vorfall auf persönliche Gründe zurückzuführen sei und eine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit darstellte. Bei dem Absturz erlitten dreizehn Personen Verletzungen, keines davon jedoch lebensbedrohlich. Die Situation wirkte im Kontext einer Reihe von sogenannten „Racheaktionen gegen die Gesellschaft“, bei denen Menschen offenbar durch persönliche Verärgerungen an den Rand des Zusammenbruchs gedrängt wurden.
Nach dem Absturz herrschte rund um den China Citic Tower eine starke Polizeipräsenz, und die Behörden veröffentlichten keine offizielle Stellungnahme über den Unfall, bis fast ein Tag später. Obwohl zunächst Bilder und Videos in den sozialen Medien zirkulierten, wurden viele schnell gelöscht. Eine Suche nach dem China Citic Tower oder Suchbegriffen zum Flugunfall auf der Plattform Weibo brachte keine relevanten Beiträge hervor, was die geringe öffentliche Berichterstattung über den Vorfall unterstrich.