Die Verbreitung des Afrikanischen Armyworms stellte die Landwirtschaft in Südafrika und anderen Teilen Afrikas vor erhebliche Herausforderungen. Dieser Käfer, bekannt für seine zerstörerische Wirkung auf Feldfrüchte, verursachte erhebliche wirtschaftliche Schäden und bedrohte die Viehzucht. Ein wissenschaftlicher Durchbruch bot jedoch neue Perspektiven für die Schädlingsbekämpfung.
Die südafrikanische Wissenschaftlerin Letodi Luki Mathulwe bemerkte zunächst die Anwesenheit einer mysteriösen weißen Substanz auf Feldern, die von abgestorbenen Raupen bedeckt waren. Diese Substanz erwies sich als ein natürlich vorkommender Pilz, welcher die Käfer abtötete. Mathulwe erkannte, dass dieser Pilz die Raupen, deren Name sich vom marschartigen Vorwärtsgang durch die Kulturpflanzen ableitete, eliminierte.
Ein Ausbruch des Afrikanischen Armyworms begann im Norden Südafrikas und erreichte im April die östliche Provinz KwaZulu-Natal, wo Mathulwe für das Landwirtschaftsministerium tätig war. Lokale Landwirte berichteten täglich von den Schäden. Mathulwe untersuchte die Felder und stellte fest, dass der Pilz die Insekten natürlich eliminierte, während sie in anderen Gebieten lebten und die Pflanzen zerstörten. Dies führte zu einer wichtigen Erkenntnis: Es existierte eine biologische Methode zur Schädlingskontrolle.
Als Entomologin, die bereits die Anwendung von Pilzen zur Bekämpfung von Insektenplagen erforscht hatte, sammelte Mathulwe Proben der abgestorbenen Armyworms und des Pilzes für Tests in ihrem Labor in Pietermaritzburg. Die Ergebnisse ihres Teams zeigten, dass der Pilz als effektives Mittel gegen die Armyworms eingesetzt werden konnte. Dies stellte einen bedeutenden Fortschritt dar, da chemische Behandlungen gegen die Raupen in frühen Lebensstadien nicht wirksam waren, aber gegen erwachsene Populationen versagten.
Der Afrikanische Armyworm fraß Grundnahrungsmittel wie Mais und Sorghum und setzte zudem chemische Verbindungen in den Boden frei, welche die Viehbestände krank machten. Die Auswirkungen dieser Plagen waren brutal; ein Ausbruch im Jahr 2017 zerstörte beispielsweise bis zu 40 Prozent der Maisproduktion in Sambia. Die Schäden führten zu steigenden Lebensmittelpreisen und belasteten die Staatshaushalte in Ländern wie Zimbabwe und Malawi.
Mathulwe erklärte, dass die Entdeckung des Pilzes die Möglichkeit eröffnete, ein Produkt zu entwickeln, das bei zukünftigen Ausbrüchen eingesetzt werden konnte. Sie betonte, dass diese Entwicklung große Hoffnung für Landwirte schuf, da sie die Angst vor dem Schädlingsbefall reduzierte. Durch die Kontrolle der Insektenpräsenz in den Weiden konnten die Tiere geschützt werden, was eine nachhaltige Lösung für die Landwirtschaft darstellte.