Ein internationales Team, ko-koordiniert von einem britischen marinen Archäologen, entdeckte die ersten Wracks, die mit den tatsächlichen Piraten der Karibik in den Bahamas in Verbindung standen. Die Expedition fand sechs Wracks, von denen drei auf die „goldene Ära der Piraterie“ zurückzuführen waren. Diese Funde lieferten wichtige Hinweise auf die Aktivitäten von Figuren wie Blackbeard und Calico Jack Rackham, die zwischen den 1690er und 1720er Jahren Nassau auf der Insel New Providence zu einem Versteck machten. Die Piraten nutzten diese Insel als Basis, um ihre nächsten Raubzüge auf hoher See zu planen und ihren Beutebesitz zu teilen.
Die Archäologen fanden eine verkohlte Holzrumpfhülle, die noch durch einen Steinballast aufgewogen war. Die Funde zeigten, wie Piraten Beweise ihrer Verbrechen vernichteten, indem sie Schiffe niederbrannten, die sie erbeutet hatten. Sie entdeckten zudem ein Beispiel für eine „Rufkarte piratischer Angriffe“, zusammen mit einer Eisenkanone und einer Ansammlung von fünfundzwanzig Lead-Musketkugeln sowie einem Schleifstein zur Schärfung von Schwertern. Diese Waffen, darunter Schwenkkanonen und Drehkanonen, dienten als Waffe, um Panik auf feindlichen Decks auszulösen.
Dr. Sean Kingsley, der britische marinen Archäologe und Ko-Direktor des Projekts, betonte, dass diese Funde nur der Anfang seien. Er erklärte, dass das Überleben einer Holzrumpfhülle ein Schock sei, da Schiffe das zentrale Werkzeug der piratischen Terrorakte darstellten. Er merkte an, dass es sehr wohl noch Dutzende weiterer Wracks in und um den Hafen existierten. Die Untersuchung der verkohlten Hülle bot einen emotionalen Einblick in die Vergangenheit und zeigte die Brutalität der Piraten.
Dr. Michael Pateman, Ko-Direktor der Expedition und Botschafter für Geschichte und Museologie in den Bahamas, bemerkte, dass das Verbrennen von Schiffen bis zur Wasserlinie eine infame Taktik zur Verschleierung von Verbrechen darstellte. Die Nassau-Hülle zeugte von den Zeichen piratischer Unruhe. Die besetzte Schiffsarmee war stark bewaffnet, insbesondere mit Schwenkkanonen, die feindliche Besatzungen mit verheerendem Feuer angriffen. Diese Entdeckungen waren besonders aufregend, da bisher kein einziges Piratenschiff in Nassau gefunden worden war, der Heimathafen der Karibikpiraten.
Die Funde lieferten zudem weitere Artefakte, darunter Rigging, Glasflaschen und Ziegel aus einer Kochküche eines Schiffes, die erhalten geblieben waren. Vierhundertdreiunddreißig Tonnen Tabakrohre wurden gefunden, einige davon ragten aus dem Sand neben Fragmenten von Holzfrachtkisten. Diese Rohre waren mit einem Einhorn, einem Pferd, einer Krone und dem königlichen Wappen Englands verziert, was auf eine Herstellung in London um die 1740er Jahre hindeutete. Die Überlebensfähigkeit der Wracke, die durch Küstenentwicklung stark zerstört wurden, galt als ein Wunder. Die Überreste von Wein in Glasflaschen und feinen Rauchrohren ließen seltenes Licht auf die Entwicklung Nassaus als Handelshafen werfen, der sich von der piratischen Anarchie erholte.
Das Team studierte zusätzlich 300-jährige Dokumente und alte Karten sowie Höhlen, in denen Piraten angeblich Schätze in Nassau versteckt hatten. Die Expedition wurde durch die erste Folge einer Mini-Serie, „Geheimnis des Schatzes des Kapitän“, sowie die nächste Ausgabe der Zeitschrift Wreckwatch begleitet. Die Entdeckungen erweiterten das Wissen über die maritime Geschichte der Region erheblich.