Plastikverschmutzung stellte sich als ein vernachlässigter Aspekt in den Bemühungen zur Bewältigung von Lebensmittelabfällen heraus. Experten betonten, dass diese Kontamination ein zentrales Anliegen in allen Maßnahmen sein müsse, die den Klimawandel bekämpfen. Forscher stellten fest, dass die Verunreinigung durch Plastik eine signifikante Gefahr darstellte, die bei der Entsorgung von Speiseresten nicht ausreichend berücksichtigt wurde.
Eine neue Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift Nature Food, verglich die Auswirkungen verschiedener Strategien zur Bewirtschaftung von Lebensmittelabfällen. Die Autoren untersuchten die Folgen aus Sicht des Klimas, der Nährstoffbelastung und der Plastikkontamination. Sie stellten fest, dass die Umleitung von Lebensmittelabfällen aus Deponien die Klimaauswirkungen um zwischen neunundachtzig und neunundneunzig Prozent reduzierte. Diese Szenarien konnten zudem die Nährstoffbelastung in Gewässern mindern, welche durch Überdüngung und Algenblüten verursacht wurde.
Dennoch warnte die Forschung vor einer weiteren Gefahr: Mikroplastik konnte in Kompostmaterialien verbleiben. Dies hätte jährlich bis zu zwanzigtausend Tonnen Plastik in die landwirtschaftlichen Böden eingebracht. Die Wissenschaftler stellten fest, dass selbst wenn Technologien zur Trennung von Plastik neunundneunzig Prozent effizient waren, die Umleitung von Lebensmittelabfällen aus Deponien die Mikroplastikbelastung im Boden um eine Größenordnung erhöhen konnte. Dies resultierte aus der Tatsache, dass die Bevölkerung nicht perfekt war und die Verpackungen in der modernen Ernährung überwiegend aus Plastik bestanden.
Die Forscher betonten, dass die gesamte Kette der Lebensmittelabfallbewirtschaftung betrachtet werden musste. Sie analysierten die gesamten Emissionen über alle Lebenszyklusphasen hinweg. Es zeigte sich, dass die Verunreinigung durch Verpackungen oft bereits vor dem Konsumenten die Qualität des Produkts beeinträchtigte. Die Lösung erforderte daher, dass Systeme zur Abfallbehandlung so einfach gestaltet wurden, dass die Trennung für die Menschen unkompliziert und automatisiert erfolgte.
Die Debatte um die notwendige Plastikvermeidung stand im Spannungsfeld zwischen dem Umweltziel, Lebensmittelabfälle zu reduzieren, und dem Wunsch, unnötigen Plastikverbrauch zu verhindern. Einige Experten sahen in der Plastikverpackung einen notwendigen Kompromiss zur Verlängerung der Haltbarkeit von frischen Produkten, insbesondere für Kleinbauern. Gleichzeitig stellten andere fest, dass institutionelle Regeln, wie beispielsweise in Schulen, durch Sicherheitsbedenken oft zusätzliche Herausforderungen für den Übergang zu weniger verpackten Lebensmitteln schufen.
Um die Verschmutzung zu minimieren, forderten die Autoren eine verstärkte Aufmerksamkeit für das Plastikproblem bereits in der Entstehung von politischen Regelungen. Sie empfahlen, dass die Bevölkerung dazu angeleitet wurde, Lebensmittel effizient zu trennen und bei Zweifel in die Deponie zu geben, um die Gesamtmenge des Abfalls zu reduzieren.