Die beliebte Serie begann ihre Reise auf der tragbaren Game Boy-Konsole von Nintendo im Jahr 1996. Seitdem suchten Fans über drei Jahrzehnte hinweg nach den digitalen Kreaturen. Die mobile Anwendung Pokémon Go, die heute ihren zehnten Jahrestag feierte, nutzte GPS und erweiterte Realität, um Spielern zu ermöglichen, virtuelle Monster an realen Orten zu finden und einzufangen.
Die App wurde über eine Milliarde Mal auf iOS- und Android-Geräten heruntergeladen, und Millionen von Nutzern meldeten sich täglich an. Michael Steranka, stellvertretender Produktvorstand bei Scopely, betonte, dass die Pokémon Go-Erfahrung stets darauf abzielte, Menschen zusammenzubringen. Er erklärte, dass die Gemeinschaft stets der Ausgangspunkt sei und die Plattform nur die Oberfläche berühre.
Die Technologie überlagerte digitale Wesen auf die Live-Ansicht der realen Welt durch die Kamera des Smartphones, sodass diese Kreaturen vor dem Spieler zu stehen schienen. Dies entfachte einen Trend, bei dem Menschen Parks, Uferzonen und Einkaufszentren aufsuchten, in der Hoffnung, Pokémon zu fangen. Matthew Reynolds, Redakteur der Pokémon-Nachrichten-Website One More Catch, bemerkte, dass Pokémon Go den Traum der Millennials, Pokémon-Trainer zu werden, verwirklichte.
Die Popularität des Spiels hielt an. Es veranstaltete große Live-Veranstaltungen in über 60 Ländern und zog jährlich über 400.000 Besucher an, seit dem ersten Go Fest im Jahr 2017. Die Spieler erkundeten geschätzt über hundert Milliarden Kilometer, was etwa 334 Hin- und Rückfahrten zwischen Erde und Sonne entsprach.
Die Verbindung zwischen Spiel und Spieler zeigte sich auch in sozialen Kontexten. Während eines Treffens in New York versammelten sich Hunderte von Spielern, um einen Riesen-Mewtwo zu bekämpfen. Die App hatte auch einen unerwarteten Einfluss auf die psychische Gesundheit einiger Nutzer. Ein Spieler berichtete, dass das erste Treffen mit einer Gruppe Fremder ihm half, seine Angst und Depressionen zu überwinden und ihm die Motivation schenkte, wieder aktiv zu werden.
Trotz des globalen Erfolgs litt das Spiel manchmal unter seiner eigenen Popularität. Sicherheitsbehörden warnten Spieler davor, sich zu sehr auf das Fangen des nächsten Psyduck zu konzentrieren, wodurch sie sich in Gefahr befanden. Zudem litt die Serverinfrastruktur unter der enormen Belastung. Als die Pandemie begann, wirkte die anfängliche strenge Ausgangssperre auf Pokémon Go möglicherweise stärker als bei anderen Spielen. Die Firma Scopely erwarb später den Entwickler Niantic für 3,5 Milliarden Dollar, was die Zukunft des Spiels und der Gemeinschaft in den Fokus rückte.