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Politik

Polizei station an Hitlers Geburtsort: Österreich reagierte auf Neo-Nazi-Gefahr

Kontroverse um das historische Gebäude und die Bewältigung der nationalen Vergangenheit

Österreich eröffnete eine Polizeistation im Haus, in dem Adolf Hitler geboren wurde, in Braunau am Inn. Diese Maßnahme erfolgte angesichts jahrelanger Kontroversen über die Verwendung des 17. Jahrhunderts alten Gasthofs, in dem der Nationalsozialist geboren wurde. Die Behörden versuchten, das Gebäude zu sichern und zu verhindern, dass es zu einem Pilgerort des Neonazitums wurde.

Das Gebäude wurde substanziell saniert und seine Fassade verändert, doch es stellte für die österreichischen Behörden ein großes Problem dar. Es bestand die Sorge, dass der Ort zu einem Zentrum für neo-nazistische Pilgerreisen werden könnte. Hitler verbrachte nur wenige Wochen in Salzburger Vorstadt und kehrte 1938 kurzzeitig nach Braunau zurück, als er Österreich an das NS-Deutschland annektierte.

Jahrzehntelang mietete das Innenministerium das Gebäude vom früheren Eigentümer, einer lokalen Frau namens Gerlinde Pommer, und zahlte ihr eine hohe Miete. Dies geschah in der Hoffnung, die Nutzung des Hauses als Ort für extreme rechte Tourismusaktivitäten zu verhindern. Die Immobilie diente viele Jahre als Tagungszentrum und Werkstatt für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, bevor sie 2011 evakuiert werden musste, als Pommer die Renovierungen blockierte und den Verkauf an die Regierung verweigerte.

Im Jahr 2016 verabschiedete das österreichische Parlament ein Gesetz, das der Regierung die Enteignung des Hauses von Frau Pommer erlaubte. Sie erhielt eine Entschädigung von 812.000 Euro. Sie klagte später gegen die Entscheidung, argumentierte jedoch, dass der Betrag unzureichend sei, und verlor ihren Rechtsstreit.

Der Innenminister der damaligen Zeit, Wolfgang Sobotka, forderte den Abriss des Gebäudes und den Bau eines Ersatzes. Eine frühere Idee eines russischen Abgeordneten, das Haus zu kaufen und abzureißen, hatte ebenfalls Gehör gefunden. Dennoch entstand eine starke Kritik, da die Zerstörung des Hauses als Verleugnung der nationalsozialistischen Vergangenheit empfunden wurde.

Die Regierung verkündete 2019 Pläne, das Gebäude in eine Polizeistation umzuwandeln, und leitete eine europäische Ausschreibung für Architekten ein. Millionen von Euro wurden für die Renovierung des alten gelben Gebäudes aufgewendet. Nicht alle waren mit der Entscheidung zur Eröffnung einer Polizeistation unzufrieden, da sie diese als falsches Signal empfanden. Einige wünschten sich ein Zentrum zur Bewältigung der Verantwortung für die NS-Vergangenheit. Lokalhistoriker wie Florian Kotanko meinten, dass die Organisation Lebenshilfe nicht zurückkehrte, weil sie befürchteten, als Deckmantel für politische Diskussionen genutzt zu werden. Kotanko betonte, dass es eine Frage der Bewältigung der Tatsache sei, nicht der nationalen Stolz.

An der Fassade des Hauses befanden sich Sicherheitskameras, die die Aktivitäten potenzieller neonazistischer Pilger aufzeichneten. Ein Stein vor der Tür verknüpfte das Gebäude mit dem ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen und trug die Inschrift: „Nie wieder Faschismus; in Erinnerung an Millionen Toten.“ Kotanko betonte, dass die Geschichte des Ortes auch dann nicht verschwinden würde, wenn weniger Neonazis besuchten. Man müsse die Vergangenheit auf eine offene und korrekte Weise behandeln.

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