Die Polizei des Northern Territory lehnte Anklagen gegen Beamte ab, nachdem ein indigener Mann während einer Auseinandersetzung in einem Supermarkt gestorben war. Kumanjayi White, ein 24-jähriger Warlpiri-Mann mit kognitiven Beeinträchtigungen, starb am 27. Mai letzten Jahres während einer Konfrontation mit der Polizei in einem Coles-Supermarkt in Alice Springs.
Die Polizei hatte White vorgeworfen, Diebstahl begangen zu haben, und erklärte, dass unangekleidete Beamte nach einer Auseinandersetzung mit einem Sicherheitsbeamten eingriffen. Die Familie von White reichte gegen die Polizei Klage ein und behauptete, dass zwei Beamte bei der Festnahme und Inhaftierung unrechtmäßig gehandelt hatten.
Der Kommissar der NT-Polizei, Martin Dole, verkündete am Dienstag, dass die Staatsanwaltschaft die Einleitung von Ermittlungen ablehnte. Dies geschah nach einer gründlichen Untersuchung, welche keine ausreichenden Beweise für eine erfolgreiche Verfolgung lieferte. Dole betonte, dass alle notwendigen Schritte unternommen worden seien, um die Untersuchung sorgfältig und fair durchzuführen.
Er erklärte, dass die Staatsanwaltschaft nach Prüfung aller verfügbaren Beweise, einschliesslich des unabhängigen Sachverständigengutachtens, die Auffassung vertrat, dass keine vernünftigen Aussichten auf eine erfolgreiche Verfolgung bestanden. Dole räumte ein, dass dieses Ergebnis für die Familie von Kumanjayi White und für viele Aborigines in Zentralaustralien und im Territorium erhebliche Belastung und Wut verursachte.
Die Todesfälle von White lösten Wut und Demonstrationen aus, welche die Forderung nach Rechenschaft und einer unabhängigen Untersuchung laut wurden. Diese Appelle wurden von der Bundesabgeordneten Marion Scrymgour bekräftigt.
Die Senatorin Lidia Thorpe, eine unabhängige Senatorin aus Viktorien, hielt nach der Ankündigung eine Pressekonferenz ab und forderte die Polizei zur Rechenschaft. Sie betonte, dass es keine Gerechtigkeit für ihr Volk gäbe und dass es keine Rechenschaft gab. Thorpe verwies auf die Tatsache, dass über 600 Aborigines seit dem Bericht der königlichen Kommission von 1991 in Haft gestorben waren und keine Polizeibeamte jemals zur Rechenschaft gezogen worden seien.
Die Polizei teilte mit, dass jegliche Überwachungsaufnahmen und andere verfügbare Beweise Teil der obligatorischen Obduktionsuntersuchung zum Tod von White würden. Eine Gerichtsverhandlung wurde für den kommenden Monat angesetzt.