Polizeibehörden in den Vereinigten Staaten und im Ausland setzten auf die Verbreitung von Audiobeiträgen, um ungelöste Mordfälle und langjährige Kaltjahre zu lösen. Diese neue Methode nutzte die Popularität des Genres der Kriminaldokumentationen, um eine breitere Öffentlichkeit für Hinweise und Zeugenaussagen zu gewinnen. Die Anwendung dieser Technologie zeigte sich in verschiedenen Fällen, in denen die Produktion von Sendungen zur Aufklärung von Verbrechen eine entscheidende Rolle spielte.
Ein Beispiel hierfür war der Fall von Peter Chadwick. Dieser Mann, der wegen des Mordes seiner Frau auf der Flucht war, wurde nach zehn Monaten und zwanzig Tagen in Mexiko gefasst. Parallel dazu startete eine andere Polizeibehörde in Illinois eine Sendung über einen Kaltfall, bei dem Karen Schepers seit über vier Jahrzehnten vermisst wurde. Innerhalb weniger Wochen fand ihr Leichnam in einem Fluss. Diese Entwicklung zeigte, dass die Produktion von narrativen Berichten über Verbrechen eine effektive Möglichkeit darstellte, Informationen zu sammeln.
Auch in Colorado suchten Ermittler nach Hinweisen zu einem zehn Jahre alten, ungelösten Mordfall. Die Aurora Police Department veröffentlichte für diesen Zweck eine eigene Sendung im Sommer, um Gerechtigkeit für Chelsea Yasser zu erlangen, die 2016 in einem Parkplatz eines Einkaufszentrums tödlich gestochen worden war. Die Podcaster beschrieben den Mord als das „Weiße Wal“ aus Moby Dick, da er die Ermittler über Jahre hinweg geisterte. Die Sendung bot den Zuhörern die Möglichkeit, relevante Informationen einzureichen, was die Reichweite der Ermittlungen erheblich vergrößerte.
Experten sahen in diesen Formaten ein nützliches Instrument. Sie betonten, dass die Polizei die Kontrolle darüber behielt, welche Informationen veröffentlicht wurden, und somit neue Hinweise suchen konnte. Obwohl die Inhalte ungenau sein konnten, erlaubte dies den Behörden, die Verbreitung zu steuern. Es war seltener, dass Polizeidienststellen Sendungen produzierten, die gezielt auf Kaltfälle abzielten und Hinweise suchten.
Die Nutzung von Audioformaten bot den Ermittlern zusätzliche Wege zur Fundfindung. Die Sendungen lieferten nicht nur Hinweise, sondern halfen auch dabei, die Ermittlungsstränge zu strukturieren. In einem Fall ermöglichte die Sendung den Ermittlern, alte Nachrichtenartikel zu überprüfen und neue Suchstrategien zu entwickeln. Die Polizei fand schließlich die Schepers und ihr Fahrzeug durch die Kombination von traditioneller Polizeiarbeit und den neuen Erkenntnissen aus den Audiobeiträgen.
Zukünftig erwarteten Experten, dass Podcasts als Untersuchungsmedium häufiger eingesetzt würden. Wenn Polizeibehörden die notwendigen Ressourcen für die Produktion finden konnten, bot dies die Chance, sowohl Rekrutierung als auch die Bindung von Personal zu fördern. Eine Generationenwende unterstützte diesen Trend, da jüngere Beamte die Möglichkeiten von Audioinhalten und sozialen Medien eher annahmen und diese als ihre bevorzugte Arbeitswelt betrachteten.