Die Polizei in Indien setzte Reizgas gegen Demonstranten ein, die Reformen bei den Eignungsprüfungen im östlichen Bundesstaat Jharkhand forderten. Tausende von Studenten, Arbeitsuchende und Freiwillige versuchten, in die Landesversammlung in Ranchi zu gelangen, um ihren Protest zu registrieren. Die Demonstranten verzeichneten Verletzungen, obwohl die offizielle Zahl der Verwundeten unklar blieb.
Die Proteste dauerten bereits über zwei Wochen, da die Anwohner eine grundlegende Überarbeitung des staatlichen Prüfungssystems forderten. Am Montag versuchten viele Demonstranten, die Polizeigrenzen zu durchbrechen. Die Behörden berichteten, dass die Polizei Wasserwerfer, Schlagstöcke und Reizgas einsetzte, um die Menschenmengen zu zerstreuen. Der Polizeipräsident Paras Rana erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur ANI, dass die meisten Demonstranten friedlich blieben, aber eine kleinere Gruppe die Barrikaden durchbrach und Steine auf die Beamten warf. Drei Polizeibeamte erlitten Verletzungen.
Rana betonte, dass die Polizei in dieser Phase Zurückhaltung bewies und „minimalen Einsatz für eine sehr kurze Zeit“ anwandte, da es sich um Studenten handelte. Er appellierte an die Demonstranten, friedlich zu bleiben, und versicherte, dass ihre Forderungen die Regierung erreicht hätten.
Der unmittelbare Auslöser für die Unruhen war eine Vorprüfung für den öffentlichen Dienst durch die Jharkhand Public Service Commission (JPSC) im April. Nachdem die Ergebnisse im Juli bekannt gegeben wurden, behaupteten Kandidaten, dass auf sozialen Medien veröffentlichte Antwortbögen zeigten, dass einige erfolgreiche Bewerber deutlich weniger Fragen beantwortet hatten als erwartet. Dies schuf den Verdacht, dass die Ergebnisse manipuliert worden waren.
Die Landesregierung versprach den Studenten Gerechtigkeit und die Ermittlungen zur Prüfung waren durch die Kriminalpolizei des Bundesstaates (CID) eingeleitet worden. Mehr als ein Dutzend Personen wurden festgenommen, und es wurde auch die Rolle eines privaten Unternehmens untersucht, das Teile des Prüfungsprozesses durchgeführt hatte. Nach Gesprächen mit den Demonstranten stimmte die Regierung an diesem Sonntag der Streichung der betreffenden Prüfung sowie zwei weiterer Prüfungen zu. Zudem traten drei Mitglieder der JPSC zurück.
Die Protestierenden erklärten jedoch, dass mehrere Forderungen noch unbefriedigt blieben, insbesondere die Untersuchung der Unregelmäßigkeiten durch die Zentralstelle für unselbständige Ermittlungen. Im Gegensatz zu den Protesten der Cockroach Janta Party, die außerhalb der Parteipolitik entstanden, zog die Unruhe in Ranchi starke politische Unterstützung an. Die Bharatiya Janata Party, die in Jharkhand oppositionell war, unterstützte die Demonstranten und forderte eine bundesweite Untersuchung. Auch die Kongresspartei, die Partner der Landesregierung war, zeigte sich für die Studenten. Der Ministerpräsident Jharkhand Hemant Soren äußerte sich kritisch und warnte davor, dass die Unruhen politisiert werden sollten, und versprach gleichzeitig, Maßnahmen zur Durchsetzung der Gerechtigkeit zu ergreifen.