Die Polizei in Pakistan rettete eine französische Frau und ihre fünf Kinder, die angeblich von ihrem Ehemann für zwölf Jahre festgehalten worden waren. Die Frau, identifiziert als Sylvie Yasmina, berichtete den Behörden, sie habe in den nordwestlichen Regionen des Landes jahrelang unter häuslicher Gewalt gelitten. Die Rettung erfolgte Anfang dieser Woche aus einem Lehmziegelhaus in Bara, einer Stadt in der Provinz Khyber Pakhtunkhwa, nahe der Grenze zu Afghanistan, erklärte der Polizeichef Waqar Ahmad.
Ahmad teilte mit, dass Yasminas Ehemann festgenommen worden war und die Ermittlungen fortgesetzt wurden. Die Frau berichtete den Beamten, dass sie körperlicher und psychischer Gewalt durch ihren Ehemann sowie andere Familienmitglieder ausgesetzt gewesen war. Sie beschrieb einen extrem gewalttätigen Gemütszustand ihres Mannes und zeigte sichtbare Verletzungen auf ihrem Gesicht. Yasmina erklärte den Ermittlern, dass sie seit ihrem Umzug nach Pakistan im Jahr 2014 nicht frei leben konnte und ihre Kinder nie in eine Schule eingeschrieben worden seien.
Die Polizei fand Yasmina und ihre Kinder in einem heruntergekommenen Raum. Sie drückte in einem Video, das den Medien zur Verfügung gestellt wurde, in einer Mischung aus Englisch und Paschtu Dank an die Beamten für die Rettung und wiederholte ihren Wunsch, nach Frankreich zurückzukehren. Die Behörden koordinierten die Rückführung der Familie mit den zuständigen Stellen und der französischen Botschaft. Es gab jedoch keine unmittelbare Stellungnahme der französischen Botschaft.
Menschenrechtsgruppen verurteilten die mutmaßliche Behandlung von Yasmina scharf. Die Direktorin der Menschenrechtsgruppe Aurat Foundation, Shabina Ayaz, hoffte, dass die französische Botschaft und die pakistanischen Behörden der Familie alle notwendige Unterstützung zukommen ließen. Sie bezeichnete den Fall als einen Weckruf für die Behörden und die Gesellschaft, um die anhaltenden Probleme häuslicher Gewalt und der Verletzung von Menschenrechten anzugehen.