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Politik

Polizei durchsuchte Starbucks Korea wegen politisch sensibler Kampagne

Marketingaktion entfachte öffentlichen Unmut und löste Unternehmensentscheidungen aus

Die südkoreanische Polizei durchsuchte den Hauptsitz von Starbucks Korea im Süden Seouls. Die Ermittlungen betrafen eine Marketingkampagne, die als trivialisierend galt, den pro-demokratischen Bewegungen der 1980er Jahre. Die Maßnahme erfolgte im Rahmen einer Untersuchung, die auf Beschwerden von Angehörigen von Opfern der Gwangju-Repression beruhte.

Die Kontroverse entzündete sich, als die Kette eine Reihe von wiederverwendbaren Edelstahlbechern mit dem Namen „SS Tank“ lancierte und den 18. Mai als „Tanktag“ deklarierte. Dieses Datum markierte den Jahrestag des Gwangju-Aufstands, bei dem pro-demokratische Demonstranten von der damaligen militärgestützten Regierung brutal niedergeschlagen worden waren.

Die Kampagne nutzte zudem den Slogan „Schlag es auf den Tisch!“, welcher von vielen als Anspielung auf eine berüchtigte polizeiliche Behauptung interpretiert wurde. Diese Behauptung bezog sich auf den Tod des Studentenaktivisten Park Jong-chul, dessen Tod durch eine falsche Formulierung zur Verschleierung der Tatsache erfolgte, dass er während einer Vernehmung durch Folter gestorben war.

Der öffentliche Widerstand gegen die Marketingaktion zwang die Shinsegae Group, die 67,5 Prozent an Starbucks Korea besaß, die Aktion innerhalb weniger Stunden abzubrechen und den Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens zu entlassen. Der Vorsitzende der Shinsegae, Chung Yong-jin, gab später eine öffentliche Entschuldigung ab.

Darüber hinaus schloss Starbucks Korea alle seine Filialen landesweit am 22. Juni für obligatorische Schulungen zur Geschichte und sozialen Bewusstheit. Die polizeiliche Untersuchung begann auf Grundlage von Beschwerden von Angehörigen der Opfer der Gwangju-Repression, bei der laut offiziellen Aufzeichnungen etwa zweihundert Menschen getötet worden waren.

Der Übergang zur Demokratie in Südkorea gewann 1987 an Fahrt, als der autoritäre Präsident Chun Doo-hwan, dessen Regierung die Gwangju-Repression überwacht hatte, Verfassungsreformen annahm, welche direkte Präsidentschaftswahlen nach Monaten landesweiter Demonstrationen einführten.

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