Die Bundespolizei Brasiliens verhaftete einen spanischen Staatsbürger am internationalen Flughafen Guarulhos in São Paulo wegen rassistischer Äußerungen. Die Festnahme erfolgte im Rahmen einer Reihe von Verhaftungen ausländischer Touristen, die ähnliche Vorwürfe aufwiesen. Brasilien verfügte über einige der strengsten Anti-Rassismusgesetze in Lateinamerika. Die Beleidigung einer Person aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit sah mit einer Freiheitsstrafe von zwei bis fünf Jahren sowie einer Geldstrafe vor.
Die Polizei teilte mit, dass der spanische Staatsbürger verhaftet wurde, nachdem er angeblich rassistisch beleidigende Kommentare gegenüber den Mitarbeitern, die den Flugzeugkoffer entluden, geäußert hatte. Die Fluggesellschaft verurteilte die Aggression gegen ihre Angestellten und verurteilte alle Formen von Rassismus und Diskriminierung.
In der jüngeren Vergangenheit berichteten lokale Medien über weitere Vorfälle, die die Problematik verdeutlichten. Im Januar verhaftete die Polizei einen argentinischen Staatsbürger in Rio, nachdem er bei einem Kellner in einer Nachtclub-Szene eine Affe nachahmte. Dieses Video verbreitete sich schnell in den sozialen Medien.
Später verhaftete die Polizei einen weiteren argentinischen Bürger in Minas Gerais. Dieser wurde wegen des Fotografierens und Teilens von Bildern eines jungen Kindes ohne Erlaubnis sowie der Beigabe rassistischer Botschaften in Spanisch festgenommen. Ein Gericht verurteilte den Verdächtigen, der in Untersuchungshaft blieb.
Des Weiteren verhaftete die Polizei einen chilenischen Staatsbürger im Mai wegen rassistischer und homophober Beleidigungen gegen Flugbesatzungsmitglieder auf einem Flug zwischen Guarulhos und Frankfurt. Der Verdächtige versuchte während des Fluges, die Flugzeugtür zu öffnen, und äußerte anschließend rassistische und homophobe Beleidigungen gegen die Fachleute.