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Politik

Polizeiliche Aktion im Westjordanland: Grenadewurf bei Durchsuchung eines Flüchtlingslagers

Video belegt Verstoß gegen Verfahrensregeln; Kontext der Gewalt und humanitäre Folgen

Eine Polizeiliche Aktion im besetzten Westjordanland führte zu einer Untersuchung, nachdem Aufnahmen zeigten, wie ein Grenzpolizist eine Sprenggranate in ein Fahrzeug warf, das junge Palästinenser transportierte. Die Aufnahmen, die von der israelischen Menschenrechtsgruppe B’Tselem veröffentlicht wurden, dokumentierten den Vorfall während einer Durchsuchung des Qalandiya-Flüchtlingslagers. Ein Beamter näherte sich dem Fahrzeug und rief die Insassen an. Nach einem kurzen Austausch griff der Beamte nach seinem Gürtel, nahm eine Sprenggranate und warf sie durch die offene Tür, die er anschließend schloss, als der Fahrer aussteigen versuchte. Der Beamte rief dabei laut: „Schließen Sie den Mund. Mit wem sprechen Sie so?“

Die Granate explodierte kurz darauf und füllte den Bereich mit Rauch. Die beiden Passagiere stürmten durch die gegenüberliegende Seite des Fahrzeugs heraus, während der Beamte offenbar sein Gewehr abfeuerte, als sie Schutz suchten. B’Tselem erklärte, dass alle Personen im Fahrzeug überlebten. Die Polizei äußerte, dass der Beamte „nicht in Übereinstimmung mit den Verfahren“ gehandelt hatte. Das Justizministerium hatte die Abteilung für die Untersuchung von Polizeibeamten in die Zuständigkeit genommen, und der Beamte wurde bis zur Klärung suspendiert.

Die Sprenggranate diente dazu, durch eine intensive Licht- und Lärmwelle zu desorientieren, konnte jedoch bei geringer Entfernung schwere Verletzungen verursachen. Im Rahmen derselben Durchsuchung des Flüchtlingslagers erschossen israelische Streitkräfte einen 16-jährigen Jungen, Walid Abu Sneineh, und verwundeten drei weitere Palästinenser. Das Gesundheitsministerium Palästinas berichtete zudem, dass zwei Kinder verletzt wurden, als sie von israelischen Kräften in den unteren Gliedmaßen erschossen wurden.

Die humanitären Folgen der Konfliktsituation blieben gravierend. Ein vier Monate altes palästinensisches Baby, Ahmad Marouf Zaid, starb am Sonntag, nachdem israelische Streitkräfte seine Familie daran gehindert hatten, einen Grenzübergang zu überqueren, um einen wartenden Krankenwagen zu erreichen. Die Familie fuhr das schwer kranke Kind selbst auf unbefestigten und bergigen Straßen nach Ramallah, was die medizinische Versorgung um über eine Stunde verzögerte. Ein Sprecher der israelischen Verteidigungsstreitkräfte lehnte die Behauptung ab, die Familie vom Weg zur medizinischen Hilfe blockiert zu haben.

Yuli Novak, die Geschäftsführerin von B’Tselem, kritisierte die Situation scharf. Sie betonte, dass die weitverbreitete und beispiellose Tötung von palästinensischen Kindern und Jugendlichen im Westjordanland das Ergebnis einer breiteren israelischen Politik sei, welche die Tötung von Palästinensern und die gewalttätige Misshandlung ohne jegliche Rechenschaftspflicht erlaubte.

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