Der polnische Premierminister Donald Tusk äußerte die Besorgnis über die kommenden Monate und bezeichnete sie als kritisch angesichts der Bedrohung durch Russland. Tusk reagierte auf Berichte, wonen Moskau eine bewaffnete Provokation in Polen plante, um die Entschlossenheit der NATO zu testen, und zitierte Informationen aus der US-Geheimdienstgemeinschaft. Er betonte, dass die sich wandelnde Natur des Krieges diese Sorgen besonders spürbar in den baltischen Staaten machte.
Berichte, die von Quellen nahe dem Präsidenten Karol Nawrocki übermittelt wurden, deuteten auf Pläne hin, die polnische Infrastruktur mittels Raketen oder Drohnen ins Visier nehmen oder Soldaten in einen NATO-Staat entsenden sollten. Diese mutmaßlichen Operationen zielten darauf ab, die westlichen Verbündeten der Ukraine unter Druck zu setzen und sie zur Aussetzung der Hilfe zu bewegen, während diese gegen die umfassende Invasion Russlands seit 2022 kämpften.
Auf die Berichte verwies Tusk darauf, dass Polen zwar verschiedene Szenarien vorbereitete, die Bedrohungen jedoch nicht ignoriert werden konnten. Er betonte, dass die polnische Führung die Bedrohungen erkannte, auch dank Informationen ihrer Verbündeten. Der polnische Präsident Nawrocki stand demnach kurz vor einem Gipfeltreffen der NATO mit den Führern anderer Mitgliedstaaten in der Türkei.
Der Generalsekretär Mark Rutte erklärte, dass dieses Treffen zeigte, dass die europäischen Staaten die Forderungen des US-Präsidenten Donald Trump nach einer Erhöhung der Verteidigungsausgaben beachteten. Es wurde erwartet, dass die Staatsführer auch versprachen, die Finanzierung von Waffen für die Ukraine fortzusetzen.
Die baltischen Staaten hatten bereits Bedenken hinsichtlich ihrer Verwundbarkeit gegenüber einem russischen Angriff geäußert. Latvian Medien berichteten im Juni, dass ihre Nachrichtendienste warnten, Moskau plane militärische Provokationen in der Region oder in Polen. Die litauische Botschafterin bei der NATO erklärte daraufhin, dass Russland wahrscheinlicher auf hybride Kriegsführung wie Raketen- oder Drohnenangriffe zurückgreifen würde, als auf einen konventionellen militärischen Angriff.