Der Premierminister Andy Burnham verzögerte die geplanten Frühversetzungen von Tausenden von Gefangenen in England und Wales um einen Monat, bis Oktober. Diese Maßnahme erfolgte im Rahmen einer umfassenden Intervention zur Entlastung des kritischen Überfüllungsgrades der Strafvollzugsanstalten. Die Entscheidung zielte darauf ab, die Belastung des Systems zu reduzieren, ohne die Freiheit von Straftätern zu gefährden.
Burnham erklärte, dass bei den Änderungen die Täter von Vergewaltigungen, schweren sexuellen Vergehen und anderen Missbrauchsfällen von Kindern ausgeschlossen blieben. Dies geschah als Reaktion auf den Rückzug von Keir Starmer aus den Plänen zur frühen Freilassung von bis zu sechs Tausend Straftätern im September, da die Behörden eine Überfüllung im November prognostizierten.
Die Entscheidung löste erhebliche Kritik aus. Die Kommissarin für häusliche Gewalt, Dame Nicole Jacobs, bezeichnete die Exklusion derjenigen, die ihre Partner missbraucht hatten, als „falsch“ und betonte, dass diese Maßnahme die Leben der Opfer gefährdete. Sie warnte davor, dass die Gefahr, die solche Täter für ihre Opfer darstellten, nicht unterschätzt werden durfte.
Auch die Opferberatung kritisierte die Maßnahme. Andrea Simon, die Londoner Opferkommissarin, äußerte sich besorgt über den Mangel an erfahrenen Bewährungshelfern, die komplexe Täterfälle handhaben konnten. Sie befürchtete, dass dies viele Überlebende beunruhigte, insbesondere angesichts der Herausforderungen bei der Gewährleistung einer effektiven gemeinschaftlichen Überwachung.
Die Polizeiföderation und der Chefkommissar der Thames Valley Polizei äußerten tiefe Enttäuschung über die Freilassung von Tätern, die Polizeibeamte getötet hatten. Sie argumentierten, dass die frühe Freilassung solcher Personen das öffentliche Vertrauen untergrub und eine falsche Botschaft über den Wert derjenigen sendete, die die Gesellschaft schützen sollten. Sie forderten eine dringende Neubewertung der politischen Entscheidung.