Die Prinzessin Bajrakitiyabha starb am Donnerstagabend. Nach fast vier Jahren im Koma verließ sie das Krankenhaus. Ihre Beerdigung vollzog sich in einer königlichen Prozession durch die Stadt Bangkok. Flackernde Motorräder und Fahrzeuge zogen durch die leeren Straßen des Stadtzentrums. Die Straßen blieben für den Verkehr gesperrt, doch Kilometerlange Reihen von Krankenpflegern und tausende thailändischer Bürger trauerten an. Beamte in weißen Anzügen mit schwarzen Armbinden nahmen an der Zeremonie teil.
Die Trauernden versammelten sich bereits seit dem Morgen an den Straßenrändern. Sie nutzten Schirme und Ventilatoren, um den heißen und feuchten Bedingungen im Herzen der Stadt entgegenzuwirken. Viele zeigten tiefe Trauer. Eine Teilnehmerin berichtete, dass ihre Tante von der Prinzessin Bajrakitiyabha durch ihr Projekt in Chiang Mai profitiert hatte. Die Prinzessin hatte sich als Juristin ausgebildet und diente dem Land in verschiedenen offiziellen Funktionen, darunter als Botschafterin in Österreich und in der königlichen Sicherheitskommandos.
Besonders die Fürsorge für die einfachen Bürger Thailands erinnerte die Anwesenden. Sie erinnerten an die Arbeit der Prinzessin für die Rechte weiblicher Gefangenerinnen. Sie erinnerten an ihre Hilfsaktionen bei Naturkatastrophen. Nach den verheerenden Überschwemmungen von 1995 kümmerten sich Bajrakitiyabha und ihre Mutter persönlich um die Hilfe. Sie kochten Mahlzeiten, packten Medikamente und fuhren in abgecuttene Gebiete, um direkte Hilfe zu leisten.
Im Oktober jenes Jahres gründete sie das Projekt „Friends in Need (of ‘Pa’)“ unter der Thailändischen Rotkreuzgesellschaft. Dieses Projekt stellte Menschen Werkzeuge zur Verfügung, um vor Katastrophen zu evakuieren, und bot Frontservices sowie Hilfe für die von den Überschwemmungen betroffenen Menschen. Die Prinzessin starb im Alter von 47 Jahren. Eine Bekannte äußerte, dass sie die Prinzessin stets nahestehe. Sie erinnerte sich an die Prinzessin und versprach, sie nie zu vergessen.
Die Trauernden warteten seit zehn Uhr morgens auf die Prozession. Sie waren schockiert, als die Prinzessin zunächst erkrankte. Sie hofften auf ihre Genesung aus dem Koma und beteten jahrelang für ihre Besserung. Eine Teilnahme an der Beerdigungsbadzeremonie am Großen Palast fand bereits am Vormittag statt. Der Premierminister führte Mitglieder des thailändischen Kabinetts bei dem rituellen Bad. Die Öffentlichkeit erhielt ab dem 27. Juni die Möglichkeit, die königlichen Überreste im Thronraum des Großen Palastes zu ehren.
Ein Termin für die Beisetzung der Prinzessin blieb bis dato aus.