Polizei und Demonstranten kollidierten in Bologna, als ein marokkanischstämmiger Mann nach seiner Bitte um Hilfe unter Polizeigegriff starb. Der Vorfall ereignete sich am Sonntag, nachdem der 42-jährige Abderrahim Fakir in Italien lebte und ein kleines Dienstleistungsgeschäft betrieb. Humanrechtsaktivisten und Oppositionsparteien forderten unverzüglich Antworten bezüglich des Todes. Die Situation löste eine intensive Debatte über die Handhabung von Demonstrationen und die Rolle der Strafverfolgungsbehörden aus.
Ein Video, das in den italienischen Medien verbreitet wurde, zeigte Fakir, der angeblich unter Herzproblemen und Asthma litt. Er rief wiederholt nach Hilfe und sagte: „Hilfe, Hilfe, genug“, während zwei Beamte auf ihn warteten und Rettungskräfte zuschauten. Im Video sahen die Beamten Fakirs Füße zusammenbinden, bevor sie seine Vitalfunktionen mit den Rettungsdiensten überprüften. Staatsanwälte eröffneten eine Untersuchung und ersuchten die Vorlage der Kamerabilder der Beamten.
Fakirs Schwester, Khadija, äußerte sich scharf gegenüber der Zeitung Corriere della Sera und forderte Schutz für Bürger. Sie erklärte: „Die Polizei müsse uns schützen. Wenn jemand aufgeregt ist, müsst ihr ihn beruhigen … nicht wie ein Hund töten.“ Die lokalen Bewohner riefen die Polizei kurz nach Mittag an, da sie Fakirs unruhiges und aggressives Verhalten bemerkten.
Während der Proteste am Montag war die Polizei auf Aufforderung der Ansa-Nachrichtenagentur mit Rauchgranaten und Wasserwerfern reagiert. Eine Gruppe Demonstranten setzte sich in einem Platz nieder und präsentierte ein Foto von Fakir. Der Vorfall wurde in Italien mit dem Mord an George Floyd in den Vereinigten Staaten verglichen und auch mit den Taktiken der US-Einwanderungs- und Zollbehörde unter Donald Trump. Dies verstärkte die Kritik an den aktuellen politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen.
Minister Matteo Piantedosi äußerte sich zur Kritik an der Justiz: „Wer beleidigende Äußerungen gegen die Polizei macht, zeigt, dass er kein Vertrauen in unsere Strafverfolgungsbehörden oder unser Justizsystem besitzt und sollte untersuchen, was geschehen ist.“ Andere Politiker verteidigten die Beamten. Der Rechtsanwalt Barbara Spinelli betonte die Bedeutung des Rechtsstaates: „Wir sind in Italien, einem demokratischen Land. Hier respektiert die Polizei die Regeln.“