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Politik

Proteste in Bologna nach Todesfall: Polizei und Justiz im Fokus

Nach dem Tod eines Mannes während einer Festnahme eskalierte die Situation in der Stadt und löste politische Debatten über Gewalt gegen Einsatzkräfte aus.

Proteste fanden in Italien statt, nachdem ein marokkanischstämmiger Mann während einer Festnahme von zwei Polizeibeamten in der nördlichen Stadt Bologna ums Leben kam. Tausende Menschen marschierten am Montagabend auf die Straßen und forderten „Gerechtigkeit für Abderrahim Fakir“. Eine kleinere Gruppe trennte sich und stieß in der Nacht mit der Polizei an. Staatsanwälte eröffneten eine Untersuchung wegen fahrlässiger Tötung gegen die Polizeibeamten und die medizinischen Fachkräfte, die am Tatort anwesend waren.

Die Polizei wurde am Sonntagmorgen gerufen, nachdem ein Nachbar Fakirs „auffälliges Verhalten“ und das Schlagen von Garagentüren im Arbeiterbezirk Pilastro beobachtet hatte. Die Beamten versuchten, die Lage zu beruhigen, setzten jedoch Pfefferspray ein. Ein Video, das in italienischen Medien zirkulierte, zeigte zwei Polizisten, die Fakir auf dem Boden saßen und um Hilfe flehten. Nach zwei Minuten stoppte Fakir den Widerstand. Als ein Beamter erkannte, dass Fakir nicht mehr bewegte, schlug er ihm zweimal auf die Wange. Als ein Rettungssanitäter eintraf, war Fakir bewusstlos. Die Ermittlungen konzentrierten sich auf die Frage, ob die Anwendung von Gewalt angemessen gewesen war.

Der Bürgermeister von Bologna, Matteo Lepore, rief zur Demonstration am Montagabend auf und lud Fakirs Nichte zur Teilnahme ein. Während die Hauptkundgebung friedlich verlief, stießen etwa hundert Demonstranten in der Nacht mit der Polizei an und setzten zwei Fahrzeuge in Brand. Der Sekretär-Allgemeiner der Polizeigewerkschaft kritisierte Lepores Entscheidung, eine Demonstration zu rufen, die in Chaos mündete. Er argumentierte, dass die Aufforderung zu Protesten „die Tag nach einem dramatischen Ereignis wie diesem“ gleichbedeutend mit der Aufforderung sei, „alle Pseudo-Anarchisten und jene, die gegen die Polizei sind, dazu aufzufordern, die staatliche Ordnung zu untergraben“.

Bundeskanzlerin Giorgia Meloni bezeichnete die Ereignisse als „inakzeptabel“ und betonte, dass nichts die Gewalt gegen die Polizei rechtfertige. Sie erklärte, dass jene, die den Vorfall als Vorwand nutzten, um die Stadt niederzubrennen, Beamte anzugreifen und Gewalt zu säen, nicht nach der Wahrheit suchten, sondern nach Konfrontation. Die Familie von Fakir betonte, dass er geliebt und respektiert worden sei und dass er Würde und Hilfe verdient habe. Die Angehörigen erinnerten an frühere Fälle von Todesfällen in Polizeigewahrsam, was die Debatte über die Verantwortung der Sicherheitskräfte vertiefte.

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