Jüngste Vorfälle, die sich auf US-Kandidaten auf verschiedenen Küsten bezogen, entfachten große Kontroversen. Diese Ereignisse verdeutlichten, wie der Israel-Palästina-Konflikt die US-Wahlen transformierte und wie aggressive Protesttaktiken eine Gegenreaktion hervorriefen, die die eigentlichen Anliegen der Aktivisten überschattete.
Scott Wiener, ein gleichgeschlechtlicher jüdischer Senator und Verfechter der Transrechte, empfand sich gezwungen, den jährlichen Pride-Marsch in San Francisco zu verlassen. Eine Gruppe von Personen stürmte auf ihn zu und schrie ihm über seine Positionen zum Krieg in Gaza. Wiener erklärte, dass die körperliche und verbale Aggressivität ihn daran hinderte, sicher im Park zu bleiben. Ein Aufnahmegerät dokumentierte die Situation, in der Aktivisten Wiener umzingelten und ihn verfluchten, wobei einer von ihnen behauptete: „Du wurdest queer, in dem Moment, als du Israel unterstütztest“.
Diese Auseinandersetzung löste scharfe Verurteilungen von zahlreichen gewählten Amtsträgern aus, darunter Nancy Pelosi und Wiener’s Gegner in der Kongresswahl. Ein weiterer Vorfall ereignete sich in New York City, als ein Café in Brooklyn in einem gelöschten Social-Media-Beitrag androhte, den demokratischen Kongressabgeordneten Dan Goldman aufgrund seiner Unterstützung für Israel abzuweisen. Das Café erklärte: „Wir bedienen keine Rassisten, Faschisten, Homophoben, Genozid-Ermöglicher oder irgendjemanden dazwischen“.
Dieser Vorfall löste sofort eine Gegenreaktion aus, wobei einige das Geschäft der Antisemitismus beschuldigten. Die zivilrechtliche Abteilung des US-Justizministeriums leitete eine Untersuchung des Cafés ein, ob es gegen einen Kunden aufgrund seiner Rasse, Religion oder Herkunft diskriminiert hatte. Goldman, ein Israel-Befürworter, verlor seine Primärwahl an Brad Lander. Sein Verlust zeigte, dass die reflexive Unterstützung für Israel – einst als Voraussetzung für politische Durchsetzung galt – kein sicherer Weg mehr war. Viele progressive Demokraten erkannten auf schmerzhafte Weise, dass sie in jüngsten Primärwahlen gegen unmissverständliche pro-palästinensische Herausforderer verloren.
Ein Co-Chair der Democratic Socialists of America argumentierte, dass die politische Landschaft verändert worden sei. „Es gab früher Politiker auf der linken Seite, die bei vielen Themen progressiv waren, außer bei Palästina. Das ist heute nicht mehr der Fall“, erklärte er. „Es ist zu einem sehr klaren Prüfstein geworden“.
Einige jüdische Aktivisten verurteilten die Gegenreaktion auf Wiener als Ablenkung von den Verbrechen gegen die Palästinenser. Sie betonten, dass die Aufmerksamkeit auf Wiener eine Ablenkung von der eigentlichen Tragödie sei. Eine Gruppe argumentierte, dass die Empörung über den Vorfall mit Wiener „fehlplatziert“ sei. Sie stellten fest, dass die Verurteilung von Wiener die Aufmerksamkeit von den Verbrechen in Gaza ablenkte, die der Protest primär betrafen.
Ein Experte bemerkte, dass die Taktiken der Aktivisten zu Kontroversen führten, die der Befreiung der Palästinenser nicht halfen. Er betonte, dass die Unterstützung für die Besatzung durch Wiener dem Ziel der Trans-Bewegung widersprach. Er forderte auf, dass die öffentliche Empörung auf die tatsächlichen Verbrechen gerichtet werden müsse, anstatt auf wenige wütende Worte von jemandem, der gegen den Genozid spricht.
Die Zahlen aus Gaza unterstrichen die Schwere der Lage: Israel hatte seit dem 7. Oktober mindestens 20.000 Kinder getötet und mindestens 44.000 verletzt. Von den getöteten Kindern waren mindestens 5.000 unter fünf Jahren. Diese Fakten verdeutlichten die Dimension des Konflikts, die über individuelle politische Auseinandersetzungen hinausgeht.