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Politik

Proteste in Kiew: Aufschrei gegen die Entlassung des Verteidigungsministers

Zelenskys Entscheidung löste heftige Reaktionen in der Ukraine aus

Proteste fanden in mehreren ukrainischen Städten statt, gegen die überraschende Entlassung des Verteidigungsministers Wolodymyr Selenskyj. Eine Menschenmenge, überwiegend junge Menschen, versammelte sich in Kiew, hielt Schilder hoch, auf denen „Hands off Fedorov“ und „Hört den Sieg nicht sabotieren!“ stand, und rief „Schande!“ laut. Selenskyj hatte seine Entscheidung noch nicht erklärt, was bei Kommentatoren, der Armee und Teilen der Zivilgesellschaft erhebliche Unruhe auslöste.

Der abgesetzte Verteidigungsminister Mykhailo Fedorov, der erst im Januar ernannt worden war, hatte das Ministerium durch seine Arbeit belebt. Er führte eine Kampagne gegen Korruption und nutzte Daten, um die Leistung an der Frontlinie zu analysieren und zu verbessern. Fedorov hatte zudem Elemente der Gamifizierung in den Krieg integriert und ein System entwickelt, das ukrainischen militärischen Einheiten Punkte für den Treffer gegen russische Ziele verlieh. Seine Fokussierung auf Drohnen und Hochtechnologie blieb auch nach seiner Amtszeit bestehen.

Die Entlassung Fedorows wurde mit Spannungen zwischen ihm und dem Befehlshaber Oleksandr Syrskyi in Verbindung gebracht. Fedorov hatte angedeutet, dass Syrskyi und der Chef des Generalstabs Andrii Hnatov ersetzt werden sollten. Fedorov erklärte auf einer Pressekonferenz, dass er lediglich darauf bestand, mit Syrskyi zusammenzuarbeiten, doch die vorgeschlagenen Initiativen wurden blockiert. Er betonte, dass die Bemühungen, asymmetrisch gegen Russland zu bestehen, die Aufgabe des Befehlshabers sei, während die Entlassung Fedorows die Möglichkeit schaffte, das Land zu spalten.

Ein ukrainischer Soldat äußerte sich kritisch zur Entscheidung Selenskyjs. Er erklärte, dass er Fedorows Team und Vision vertraut hatte und die Entscheidung zur Entlassung nicht unterstützte. Er betonte, dass er viele Freunde in der Armee hatte, die gestorben waren, und dass er nicht wollte, dass die Situation weiterging. Eine andere Protestierende betonte, dass die Ergebnisse Fedorows sichtbar seien und die Motivation der Soldaten erkennbar. Ein weiterer hochrangiger Kommandeur der Drohnen-Einheit trat in Protest gegen Fedorows Entlassung zurück und bezeichnete diese als „ein großes Übel für die Verteidigungsfähigkeit des Landes“.

Fedorov hatte das Ministerium grundlegend umgestaltet und war ein wichtiger Akteur in der Entwicklung der ukrainischen Cyber- und Drohnenfähigkeiten. Sein Vermächtnis umfasste die Nutzung von Technologie und organisatorische Stärke im Kampf gegen den Feind. Die Kontroverse um seine Entfernung verdeutlichte die tiefen politischen und militärischen Gräben, die in der Ukraine existierten.

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