Hunderte von Menschen protestierten gegen die Eröffnung eines neuen US-Konsulats in Nuuk. Der Protest erfolgte auf Grundlage der Äußerungen des US-Sondergesandten für Grönland, der forderte, dass Washington seine Präsenz in diesem arktischen Territorium wiederherstellen müsse. Viele grönländische Politiker, darunter der Premierminister, nahmen nicht an der offiziellen Eröffnung am Donnerstag teil.
Die Demonstranten trugen grönländische Flaggen und Schilder mit der Aufschrift „USA Asu“ und riefen vor dem grönländischen Parlament „Grönland gehört den Grönnländern“ und außerhalb des Konsulats „Geht nach Hause“. Der US-Sondergesandte Jeff Landry traf unangekündigt in Nuuk ein, begleitet von einer Delegation, die durch seine Aussage, er müsse die medizinischen Bedürfnisse Grönlands beurteilen, Empörung erregte. Landry äußerte während seines Besuchs, dass es „Zeit sei für die Vereinigten Staaten, ihre Präsenz in Grönland wiederherzustellen“.
Landry betonte, dass Grönland die Unterstützung der Vereinigten Staaten benötigte und verwies auf die Diskussionen über die Erhöhung der nationalen Sicherheitsoperationen und die Besetzung bestimmter Basen in Grönland. Währenddessen setzten die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten, Grönland und Dänemark fort, obwohl die Regierung in Kopenhagen aufgrund langwieriger Koalitionsgespräche ohne eine voll funktionsfähige Struktur blieb. Der grönländische Premierminister Jens-Frederik Nielsen bekräftigte, dass das weitgehend autonome Territorium, das Teil des dänischen Königreichs blieb, nicht zum Verkauf stünde, forderte jedoch, dass Grönland eine Lösung mit den Vereinigten Staaten finden müsse.
Die Verschiebung des Konsulats in moderne Hochhäuser symbolisierte die wachsende Präsenz der Vereinigten Staaten. Ein IT-Manager, der den Protest organisierte, betonte die Notwendigkeit, den amerikanischen Bürgern zu zeigen, dass die Selbstbestimmung und die Zukunft Grönlands den grönländischen Menschen gehörten. Er erklärte, der Protest zielte nicht darauf ab, Donald Trump oder Jeff Landry zu provozieren, sondern die Welt zu zeigen, dass Grönland seine eigene Demokratie besaß.
Experten kritisierten Landrys Vorgehen. Sie bemerkten, dass er in einer Zeit agierte, in der Grönland unter Bedrohung von Invasion und Übernahme stand. Ein ehemaliger Botschafter kritisierte, dass Landry versuchte, die Grönländer an Donald Trump zu binden. Es bestand die Sorge, dass die Handlungen der Vereinigten Staaten gefährlich seien, da ein Zusammenbruch Grönlands eine globale Gefahr darstellte. Die strategische Lage Grönlands, insbesondere seine Rolle als Route für Raketen zwischen den USA und Russland sowie seine Bedeutung für den Schiffsverkehr bei der Schmelze des polaren Eises, erhöhte die geopolitische Aufmerksamkeit erheblich.