Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse der Abschlussprüfungen in Indien entbrannte eine Welle der Unruhe. Mehr als vierhunderttausend Studierende forderten Kopien ihrer Prüfungsunterlagen und Antwortbögen, da sie auf Fehler bei der Benotung hingewiesen. Diese Forderungen richteten sich gegen die jüngste Einführung eines digitalen Bewertungsverfahrens, das zu erheblichen Diskrepanzen führte.
Die Zentralbehörde für sekundäre Bildung (CBSE) bestätigte den Eingang von über einer Million Antwortbogenkopien von den betroffenen Studierenden. Mindestens eine Million siebenhunderttausend Prüflinge nahmen an den Abschlussprüfungen der Klasse 12 teil, deren Ergebnisse für den Zugang zu Universitäten von zentraler Bedeutung waren. Die Regierung erklärte, das neue System der auf Bildschirm basierenden Bewertung (OSM) habe darauf abzielen, menschliche Fehler zu minimieren und die Effizienz zu steigern.
Jedoch meldeten viele Studierende, dass dieses Verfahren stattdessen zu falschen Noten führte. Einige berichteten, dass gescannte Antwortbögen unvollständig waren oder fehlende Seiten aufwiesen. Andere beklagten fehlerhafte Markierungen, verschwommene Scans oder nicht übereinstimmende Unterlagen. Eine Mutter äußerte die Besorgnis über den Wert dieser Fehler: Sie fragte, wie eine Abweichung von dreißig bis fünfunddreißig Punkten für einen Schüler der Klasse 12 interpretiert werden könne, dessen gesamte Zukunft von diesen Noten abhing.
Ein konkreter Fall verdeutlichte die Problematik. Ein Schüler aus Delhi berichtete, dass ihm nach seiner Anfrage eine Antwortseite des Physik-Prüfungsblattes zugesandt wurde, die ihm nicht gehörte. Er behauptete, die Handschrift unterschied sich und die Unterlagen enthielten Antworten, die er nicht verfasst hatte. Die Behörde sandte dem Studenten anschließend die sogenannte „korrekte Kopie“ des Antwortbogens.
Der Minister für Bildung räumte die Situation ein und räumte „einige Diskrepanzen“ im neuen System ein. Er versprach, dass eine Lösung für die festgestellten Mängel gefunden werde. Die Einführung des neuen Bewertungsverfahrens erfolgte nur acht Tage vor Beginn der Prüfungen, was den Lehrern eine kurzfristige Anpassung des Arbeitsablaufs abverlangte.