Hunderte Tausende Menschen in Puerto Rico litten unter dem Mangel an Leitungswasser. Die Behörden nahmen drastische Maßnahmen zur Bekämpfung einer schweren Dürre vor. Viele Haushalte auf der karibischen Insel teilten sich in zwei Gruppen auf, wobei die Wasserversorgung für 48 Stunden auf rotierende Weise abgeschaltet wurde.
Die Bewohner der Hauptstadt San Juan beklagten die Rationierung scharf. Die Regierungsvertreter gaben keine Auskunft darüber, wann diese Maßnahme enden würde. Laut dem US Drought Monitor befand sich Puerto Rico in moderaten bis schweren Dürrebedingungen, eine Situation, die durch langjährige Probleme mit der Infrastruktur verschärft wurde.
Die Wasserbehörde der Insel erklärte, dass etwa sechzigfünf Prozent des produzierten Wassers verloren gingen oder nicht abgerechnet wurden. Dies resultierte hauptsächlich aus Lecks und veralteten Rohren. Die Gouverneurin Jenniffer González räumte diese Mängel ein, erklärte jedoch, dass die Rationierung auf die Wetterbedingungen zurückzuführen sei, welche das entscheidende Carraízo-Reservoir entleert hatten.
Puerto Rico erlebte im Juli seine trockenste Periode seit Beginn der Aufzeichnungen, wobei sechzigachtundachtzig Prozent der Insel Dürrebedingungen erlebten. Sieben Regionen, die vom Reservoir versorgt wurden, waren betroffen, und einhundertachtundachtzigtausend Immobilien unterlagen der Rationierung, teilte die Regierung mit.
Die Unsicherheit unter den Bürgern wuchs, da es Verwirrung bezüglich der betroffenen Haushalte und der genauen Zeitfenster gab. Bewohner berichteten, dass sie trotz der Zusicherung von Wasser in bestimmten Gebieten keine Versorgung erhielten. Experten wiesen zudem auf zu viel Sediment in den Reservoirs als weiteren Faktor für die Wasserkrise hin.
Bereits in den Jahren 2020 und 2015 wurden Wasserrationierungsmaßnahmen ergriffen, als etwa vierhunderttausend Haushalte nur alle drei Tage Leitungswasser erhielten. Die Insel hatte zuvor extreme Wetterereignisse erlebt, die Wissenschaftler dem menschengemachten Klimawandel zuschrieben. Die Stromversorgung wurde 2017 durch den Hurrikan Maria zerstört, und Experten sahen in den extremen Niederschlägen eine Folge des Klimawandels.