Schüler kehrten hinter Drahtzäunen zu einer Schule im besetzten Westjordanland zurück, um sich vor Siedlerangriffen zu schützen. Eltern fürchteten die Sicherheit ihrer Kinder angesichts der zunehmenden Gewalt der israelischen Siedler in dieser Region. Das isolierte Dorf al-Mughayyir, nordöstlich von Ramallah, wurde zunehmend von jüdischen Siedlerkolonien umgeben. Die Dorfbewohner sahen sich regelmäßig von israelischen Kräften blockieren, welche häufig provisorische Kontrollpunkte am Eingang errichteten.
In diesem Jahr starben sechs Menschen in al-Mughayyir infolge von Siedlergewalt gegen Palästinenser. Ein junger Schüler, der vierzehn Jahre alt war, wurde beispielsweise im April von einem Siedler vor den Schulgeländen erschossen. Diese Ereignisse zeigten die Eskalation der Gewalt in der Gegend deutlich auf. Die Situation verschlechterte sich, da viele der kleinen, provisorischen Siedlungseinheiten, die sich um al-Mughayyir bildeten, auch nach israelischem Recht illegal blieben.
Alle israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland galten nach internationalem Recht als illegal. Viele der ad-hoc-Siedlungseinheiten, die sich um al-Mughayyir ausbreiteten, verstießen zudem gegen das israelische Recht. Diese rechtliche Grauzone verstärkte die Unsicherheit der Bevölkerung. Die Notwendigkeit des Schutzes für die Kinder wurde somit durch physische Barrieren manifestiert.
Die Umzingelung der Schule durch Zaunzäune war eine direkte Reaktion auf die Bedrohung. Die Maßnahme diente dem Schutz der Schüler vor den direkten Angriffen der Siedler. Die Situation in al-Mughayyir verdeutlichte die anhaltenden Konflikte und die prekäre Lage der Bevölkerung in diesem Gebiet.