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Welt

Protest bei der Biennale: Pussy Riot fordert russische Präsentation auf

Diplomatische Spannungen eskalieren, während parallel Kritik an der israelischen Darstellung laut wird

Die russische Präsentation auf der Venedig Biennale musste aufgrund eines chaotischen Protests von Pussy Riot vorübergehend geschlossen werden. Die Aktivistengruppe nutzte die Plattform, um gegen die Einbeziehung Russlands in das Kunstfestival zu demonstrieren. Die Demonstranten nutzten pinke Balaclavas und feuerte in die Luft, während sie Punkmusik spielten und Parolen wie „Blut ist Russlands Kunst“ riefen. Polizeikräfte mussten die Gruppe zurückdrängen, die auf dem Weg zur russischen Ausstellung mit politischen Slogans ausgestattet war.

Die Gründerin von Pussy Riot äußerte sich schockiert über die Situation und kritisierte die europäische Haltung bezüglich der Ukraine. Sie betonte, dass die Öffnung der Türen für russische Propaganda zutiefst beunruhigend sei. Die Gruppe appellierte an den Präsidenten der Biennale, die russischen Finanzmittel einzustellen, und bot an, die russische Präsentation für das Jahr 2028 zu kuratieren, indem sie Werke von Künstlern einsetzen würde, die in russischen Gefängnissen festgehalten wurden.

Parallel dazu eskalierte die diplomatische Lage bezüglich der russischen Beteiligung. Die Europäische Kommission informierte die italienische Regierung und die Organisatoren der Biennale, dass die Teilnahme der russischen Delegation die Einhaltung der EU-Sanktionen verletzen würde. Zudem traten die Jurys der Biennale in Massen zurück, da sie keine Werke aus Ländern in Betracht ziehen wollten, deren Staatsoberhäupter internationale Verhaftungsbefehle besaßen.

In einer parallelen Entwicklung organisierte die Art Not gegen Genozid eine Demonstration vor der israelischen Präsentation im Arsenale. Mehr als zweihundert Teilnehmer unterschrieben einen Antrag auf die vollständige Streichung der israelischen Ausstellung, da sie die Darstellung des israelischen Staates aufgrund des Krieges in Gaza ablehnten. Israel verurteilte die Aktionen der Gruppe als politische Indoktrination und direkte Diskriminierung. Es wird eine weitere Demonstration erwartet, an der auch Gewerkschaften und Künstler teilnehmen sollen, um die politische Dimension des Kunstevents zu thematisieren.

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