Der russische Präsident Wladimir Putin räumte erstmals öffentlich die Auswirkungen der ukrainischen Raketen- und Drohnenangriffe auf die Energieinfrastruktur ein. Er thematisierte die gravierenden Probleme, die durch die Konflikte entstanden waren, und sprach von anhaltenden Engpässen bei Treibstoff und Energie. Diese Selbstanerkennung erfolgte in einem ungewöhnlich offenen Gespräch mit hochrangigen Beamten und Ölvertretern.
Putin betonte, dass sowohl Autofahrer als auch Unternehmen mit Schwierigkeiten konfrontiert waren. Er berichtete von anhaltenden Warteschlangen an Tankstellen und der allgemeinen Schwierigkeit, die benötigte Qualität von Kraftstoff zu finden. Darüber hinaus erwähnte der Präsident die Belastungen, denen die landwirtschaftliche Industrie ausgesetzt war, da die Ernte vom Einhalt der Treibstofflieferpläne abhing.
Laut unabhängigen Quellen erzwangen fünfundsechzig russische Regionen zum Zeitpunkt der Äußerungen Einschränkungen bei der Kraftstoffversorgung. In der Krim war die Lage besonders angespannt; Putin gab zu, dass nur eine begrenzte Versorgung übrig blieb, versprach jedoch, dass bald weitere Treibstofflieferungen erfolgen sollten.
Der Präsident deutete an, dass die ukrainischen Angriffe darauf abzielten, die russische Gesellschaft zu spalten und die Unterstützung für den Krieg zu schwächen. Er behauptete, die Langstreckenangriffe hätten keinen Einfluss auf die Frontlinie gehabt. Diese Aussage stand im Gegensatz zu den Behauptungen Kiews, die Angriffe seien darauf ausgelegt gewesen, Ressourcen der militärischen Befehlshaber abzuziehen.
Die ukrainische Seite argumentierte, dass die Angriffe darauf abzielten, die russische Armee zu retten, welche laut Kiew katastrophal geschwächt war. Die russische Seite wies diese Perspektive jedoch zurück und erklärte, dass die Pläne des Kremls unverändert blieben, die ukrainischen Streitkräfte aus vier südöstlichen Regionen zu vertreiben. Putin wies zudem den ukrainischen Vorschlag zur Reduzierung der Feindseligkeiten als Versuch ab, Zeit für eine Neuorganisation zu gewinnen.