Eine ehemalige Mitglied der deutschen militanten Gruppe der Roten Armee Fraktion (RAF) wurde verurteilt. Daniela Klette, 67 Jahre alt, verlor 13 Jahre Haft wegen einer Reihe von Raubüberfällen, die zwischen 1999 und 2016 stattfanden. Klette wurde erst im Februar 2024 in Kreuzberg in Berlin gefasst, nachdem sie über drei Jahrzehnte auf der Flucht gewesen war. Sie lebte unter einem falschen Namen und einem ausländischen Reisepass, doch die Staatsanwaltschaft betonte, dass sie keinen Versuch unternahm, ihre Identität zu verschleiern.
Die Verurteilung erfolgte am Mittwoch in Verden in Niedersachsen. Das Gericht verurteilte Klette wegen schwerer Raubüberfälle, Verstoßes gegen Waffengesetze sowie weiterer Straftaten über einen Zeitraum von siebzehn Jahren. Die Taten umfassten die Überfällung von Supermärkten und gepanzerten Lieferwagen. Klette arbeitete mit zwei anderen ehemaligen RAF-Mitgliedern, Burkhard Garweg und Ernst-Volker Staub, die noch nicht festgenommen worden waren.
Die Ermittlungen konzentrierten sich auf acht Raubfälle in Nord- und Westdeutschland. Der erste Vorfall ereignete sich im Juli 1999 in Duisburg. Maskierte Täter stürmten einen Geldtransportwagen und bedrohten die Wachen mit Waffen und einem Granatwerfer, bevor sie einen großen Geldbetrag entwendeten. Der letzte Raubfall fand im Juni 2016 bei Braunschweig statt, als die Täter einen gepanzerten Transportwagen angriffen und fast 1,4 Millionen Euro entwendeten.
Die RAF-Gruppe, zu der Klette gehörte, zerfiel schließlich nach einer Kampagne aus Mord, Entführung und Bombenanschlägen, die von den frühen 1970er Jahren bis in die frühen 1990er Jahre reichte. Die Verfolgung der Gruppe endete mit der Verhaftung Klettes. Das Urteil markierte das Ende einer langen Verfolgungsgeschichte und die abschließende Verurteilung der Täterin für ihre kriminellen Handlungen.