Behörden am großen Tempel des hinduistischen Gottes Ram in Ayodhya verkündeten eine Überarbeitung der Führung, nachdem Anschuldigungen laut wurden, dass Zehn Millionen Rupien an Spenden gestohlen worden seien. Das Stiftungsgremium, welches den Schrein verwaltete, teilte mit, dass es den Rücktritt des Generalsekretärs Champat Rai annahm und ihn durch einen vorläufigen Beamten ersetzte. Der Tempel, der im Januar 2024 von Premierminister Narendra Modi eingeweiht wurde, entwickelte sich zu einem der wichtigsten Pilgerzentren Indiens und zog jährlich 50 Millionen Besucher an.
Die Shri Ram Janmabhoomi Teerth Kshetra Trust, die das Heiligtum verwaltete, hielt ihre erste Sitzung am Montag nach dem Auftauchen der Anschuldigungen zum Diebstahl von Spenden im vergangenen Monat ab. Die Stiftung hatte zuvor jegliche Unregelmäßigkeiten bestritten. Dennoch richtete die Landesregierung ein dreiköpfiges Sonderermittlungsteam (SIT) ein, um die Vorwürfe zu untersuchen.
Nach einem vorläufigen Bericht des SIT registrierte die Polizei in Ayodhya einen Fall von mutmaßlicher Unterschlagung und nannte acht Personen. Die Polizei gab an, dass diese Personen festgenommen und befragt wurden. Der Schatzmeister der Stiftung, Govind Dev Giri, erklärte auf einer Pressekonferenz, dass Rai und ein weiterer Beamter, Anil Mishra, nach einer Anzeige der Polizei vom 25. Juni zurückgetreten seien. Er nannte den pensionierten Forstbeamten Krishna Mohan als vorläufigen Generalsekretär. Mohan sei Mitglied der Rashtriya Swayamsevak Sangh (RSS), der Dachorganisation hindu nationalistischer Gruppen, einschließlich Modis Bharatiya Janata Party (BJP).
Giri erläuterte, dass eine neue CEO-Position geschaffen worden sei und ein dreiköpfiges Gremium Namen für diese Stelle empfehlen würde. Er gab Details zu den von der Stiftung erhaltenen Spenden an: Die Stiftung hatte bis zum 31. März 2026 5,82 Milliarden Rupien (etwa 61 Millionen US-Dollar) von den Devoten empfangen. Von diesen Erlösen hatte sie 3,19 Milliarden Rupien (etwa 33,48 Millionen US-Dollar) für die Instandhaltung des Schreins verwendet. Mohan betonte in seinen ersten Äußerungen, dass seine Priorität die Identifizierung und Schließung jeglicher Schlupflöcher sei, damit solche Vorfälle niemals wieder vorkämen. Er fügte hinzu, dass die Anschuldigungen das Ansehen der Stiftung beeinträchtigt und Misstrauen in der Gesellschaft erzeugten.
Die Anschuldigungen des Diebstahls bei einem der verehrtesten und politisch bedeutsamsten Tempel Indiens wurden von einem ehemaligen Buchhaltungsleiter erhoben, der erklärte, er sei nach dem Aufwerfen interner Bedenken über mutmaßliche Unregelmäßigkeiten entlassen worden. Seine Behauptungen eskalierten zu einem großen politischen Streit, wobei Oppositionsparteien die Handhabung von Bargeld, Schmuck, Gold und Silber, die von den Devoten gespendet wurden, hinterfragten. Petitionen wurden beim Landeshochstgericht und beim Obersten Gerichtshof Indiens eingereicht, um eine von der Bundespolizei überwachte Untersuchung zu verlangen.
Obwohl nicht klar war, wie viel Geld gestohlen worden war, behauptete ein ehemaliger Stadtverordneter, dass über 70 Millionen Rupien (etwa 739.550 US-Dollar) verschwunden seien. Champat Rai hatte frühere Behauptungen, dass Spenden oder Opfergaben unsachgemäß gehandhabt worden seien, zurückgewiesen. Bei der Pressekonferenz erklärte Giri nicht, wie viel Geld oder Wert gestohlen worden war, sondern forderte strenge Maßnahmen gegen die Beteiligten und betonte, dass die Hauptsorge der Stiftung der Schaden für die Gefühle der Devoten und die Glaubwürdigkeit der Institution sei. Er beendete mit der Aussage: „Ob der Diebstahl klein oder groß war, das kam später. Die Atmosphäre, die geschaffen wurde, ist es, die uns alle verletzt hat.“