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Kultur

Rebellion und Trauer: Künstler reflektieren über das Erwachsenwerden und den Umgang mit Verlust

Schauspielerin und Drehbuchautor diskutierten die Erwartungen an junge Menschen und die Notwendigkeit, Trauer zuzulassen

Die Schauspielerin Bella Ramsey reflektierte über ihre Jugend und die Entscheidung, sich nicht den stereotypischen Erwartungen des Teenagerlebens zu unterwerfen. Sie berichtete, dass sie viele Jahre mit Erwachsenen arbeitete und somit die Phase der Rebellion, die oft mit dem Erwachsenwerden verbunden war, vermied. Ramsey erklärte, dass sie bewusst beschlossen hatte, sich nicht wie ein typischer Teenager zu verhalten, nachdem sie Kritik von Erwachsenen hörte. Sie empfand die Erfahrung, als sie im Alter von einundzwanzig Jahren die Freiheit des Teenagerseins erlebte, als brillant und befreiend. Sie bedauerte, dass sie die Gelegenheit, das Erwachsenwerden voll auszuschöpfen und etwas rebellischer zu sein, verpasste.

Die Erfahrung im Film Sunny Dancer, einer Produktion über ein Sommerlager für junge Menschen, die von Krebs betroffen waren, bot Ramsey die Möglichkeit, diese Freiheit direkt in Anspruch zu nehmen. In der Rolle der jungen Überlebenden Ivy fand sie eine Gruppe von Freunden, die ihr halfen, ihre Lebenssituation zu verarbeiten. Die jüngeren Mitdarsteller lehrten sie die Bedeutung des Teenagerseins, während sie selbst die Gesänge erst Jahre später lernte.

Hinter dem sommerlichen Geschehen verbarg sich eine tief persönliche Geschichte für den Autor und Regisseur George Jaques. Seine Mutter wurde mit fünfzehn Jahren mit Krebs diagnostiziert, und es dauerte acht Jahre, bis er bereit war, diese Erfahrungen in ein Drehbuch zu gießen. Jaques betonte, dass der Film zwar nicht seine Familiengeschichte darstellte, aber Teile seiner eigenen Erfahrung in seinen Figuren spiegelten. Er arbeitete zudem mit der Teenage Cancer Trust zusammen und hörte von jungen Überlebenden und Eltern. Er erinnerte sich an Gespräche, in denen junge Menschen sagten: „Rufen Sie uns nicht Kinder an, sagen Sie nicht, wir seien mutig.“

Die Produktion zwang Jaques auch dazu, seine eigenen Ängste vor dem Verlust zu betrachten. Er erinnerte sich an einen Moment bei der Premiere in Berlin, als er erkannte, dass es eine Version des Films gab, in der seine Mutter nicht im Publikum saß. Sowohl Ramsey als auch Jaques meinten, dass Menschen besser darin werden sollten, Trauer zuzulassen, ohne zu erwarten, dass sie schnell wieder zur Normalität zurückkehren.

Jaques kritisierte die gesellschaftliche Erwartung, dass man den Verlust einfach hinnehmen und „weitergehen“ müsse. Er beschrieb den Instinkt, „direkt zurück zur Arbeit und Schule“ zu gehen. Er argumentierte, dass man ehrlich mit seinen Gefühlen sein müsse, um den Verlust besser zu verstehen. Er äußerte zudem die Sorge vor dem Druck auf junge Menschen in den sozialen Medien und forderte auf, dass die Gesellschaft aufhören müsse, junge Menschen zu verurteilen. Er schlug vor, dass man vielleicht dort beginnen müsse, wo die Verurteilung beginnt.

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