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Wirtschaft

Rechenzentren in Australien: Landknappheit und Inflationsrisiken

Experten warnen vor Verdrängung von Logistik und Wohnraum durch den Boom der digitalen Infrastruktur

Der rasche Aufstieg von Rechenzentren in Australien stiftete Besorgnis hinsichtlich der Verfügbarkeit knapper Flächen und drohte, die Inflation anzukurbeln. Die Verkehrsbehörde New South Wales (Transport for NSW) und die Zentralbank warnten davor, dass diese Entwicklung wertvolle Flächen von Logistikunternehmen und Wohnbauprojekten beanspruchen würde. Die Forderungen nach einer nationalen Pause in diesem boomenden Sektor gewannen an Dringlichkeit.

Die Transportbehörde betonte in einer Stellungnahme, dass bereits vor dem Wachstum erhebliche Druck auf die Verfügbarkeit von Industrie- und Infrastrukturflächen bestand. Fracht- und Logistikunternehmen berichteten, dass die Flächenknappheit dazu führte, dass sie ihre Hauptzentren nach Brisbane oder Melbourne verlegten, wo geeignete und günstigere Flächen verfügbar waren. Die Behörde räumte ein, dass die Leerstandsquote für Industrieflächen national und in Sydney zwar gestiegen war, aber immer noch unter internationalen Niveaus lag.

Ein Spitzenverband für das Rechenzentrumssegment, Data Centres Australia, berichtete, dass die Leerstandsquote aktuell bei etwa vier Prozent lag. Der Vorstandsvorsitzende betonte, dass die Versorgungslage durch neue Entwicklungen und anhaltende Logistikinvestitionen im Westen Sydneys die Situation beeinflusste. Er erklärte, die Lösung liege in der strategischen Planung: Man müsse die richtigen Nutzungen auf die richtigen Flächen lenken, damit die Fracht die transportrelevanten Standorte behielt, während die Rechenzentren die notwendigen Investitionen und Infrastrukturen lieferten.

Die Australische Vereinigung für Lieferketten und Logistik berichtete ebenfalls, dass die Rechenzentren direkt mit der Fracht- und Logistikbranche um dieselben gut gelegenen Industriegebiete konkurrierten. Es wurde betont, dass ein Distributionszentrum nahe der Bevölkerung liegen müsse, da eine Verlagerung in die Außenbezirke zusätzliche Kosten und Emissionen in die Lieferkette brachte. Dies führte zu der Einschätzung, dass die Fragmentierung der Frachtaktivitäten durch konkurrierende Flächennutzungen zu höheren Kosten für Unternehmen und höheren Preisen für Verbraucher führen konnte.

Die Zentralbank warnte zudem davor, dass die steigenden Investitionen in Rechenzentren die Inflation verstärken und bereits weltweit den Druck auf die Zinssätze erhöht hatten. Experten äußerten die Sorge, dass diese Ausweitung der Infrastruktur zu Engpässen bei Fachkräften führen und die Baukosten weiter in die Höhe treiben würde. Kommunale Gruppen stellten zudem die Entwicklung in Frage, da Rechenzentren Flächen für Gemeinschaftsinfrastruktur, Grünflächen und Wohnraum beanspruchten und die Belastung der Energie- und Wassersysteme erhöhten. Es wurde gefordert, dass die Planungsbehörden die Regeln vor der Genehmigung neuer Zentren präzisieren müssten.

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