Die Finanzministerin Rachel Reeves verkündete eine vorübergehende Senkung der Mehrwertsteuer auf das Kinderangebot in Restaurants von zwanzig Prozent auf fünf Prozent. Diese Maßnahme sollte Familien bei der Bewältigung der Lebenshaltungskrise unterstützen und dem Gastgewerbe eine Starthilfe bieten. Die Reduktion galt für den Zeitraum von Juni bis September.
Gastronomen äußerten jedoch deutliche Skepsis gegenüber dieser Maßnahme. Sie bezeichneten die Steuerreduzierung als bloßes politisches Schlagwort, das wenig tatsächlichen Unterschied für Familien oder Unternehmen bewirkte. Viele Betriebe argumentierten, dass das Kinderessen ohnehin bereits mit Verlust verkauft wurde. Die Mehrwertsteuerreduzierung konnte diese Defizite nicht kompensieren.
Murray, Inhaber des Londoner Restaurants Fallow, betonte, dass die Maßnahme nur symbolisch sei. Er erklärte, dass die Mehrwertsteuerreduzierung selbst den bereits bestehenden Verlust nicht ausgleichen könne. Er wies darauf hin, dass die Regierung weitaus andere Maßnahmen ergriffen hätte, um die Kosten für Familien und Restaurants zu senken, beispielsweise bei den Kinderbetreuungskosten.
Im Gegensatz dazu plante Tim Martin, Gründer und Vorsitzender der Pub-Kette Wetherspoons, die Kosten für das Kinderangebot während des Sommers dauerhaft zu senken. Die Kette reduzierte den Preis für Speisen wie Hähnchennuggets und Würstchen und erhoffte sich dadurch eine Wertschätzung durch Eltern und Familien.
Der Gastgewerbebereich forderte seit Langem eine Anpassung der Mehrwertsteuersätze an europäische Standards. Die Mehrwertsteuer in Großbritannien lag bei Restaurants bei zwanzig Prozent, was eine der höchsten Sätze in Europa darstellte. Der europäische Durchschnitt lag bei etwa zwölf Prozent.
Vertreter der Branche forderten eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer für den gesamten Gastgewerbesektor. Sie betonten, dass die Mehrwertsteuer das wichtigste Instrument sei, um Preise zu senken, Inflation zu bekämpfen und Wachstum zu fördern. Sie drängten die Regierung, die Mehrwertsteuer für den gesamten Sektor auf europäisches Niveau zu senken, um den Wettbewerbsvorteil der Konkurrenten zu gewährleisten.