Reform UK erhielt in den letzten achtundvierzig Stunden einen beträchtlichen Betrag von 72 Millionen Pfund von zwei Kryptobillionären. Diese Zuwendungen stellten die grössten Einzelspenden in der britischen politischen Geschichte dar. Christopher Harborne spendete 36 Millionen Pfund, während der weitere Investor Ben Delo ebenfalls 36 Millionen Pfund überbrachte. Diese Summen machten die Finanzlage der Partei weiter kompliziert und lenkten den Fokus auf die Frage der Legalität der Gelder und der Herkunft der Mittel.
Der Sprecher von Reform, Robert Jenrick, verteidigte die Spenden in Interviews mit der BBC und Sky. Jenrick erklärte mit Zuversicht, dass die Zuwendungen „völlig legal“ seien. Auf die Frage, ob Reform die Spenden zurückgeben würde, sollten die Spenden bei einer Verletzung neuer Gesetze zurückgegeben werden. Jenrick antwortete vage: „Wer weiss? Ich meine, wenn Menschen versuchen, etwas retrospektiv zu tun, dann vielleicht.“
Die Debatte konzentrierte sich auf die Anwendung neuer Gesetze bezüglich der Spendenobergrenzen für ausländische Geber. Die aktuelle Obergrenze lag bei 100.000 Pfund. Es existierten keine Beschränkungen für Bürger, die in dem Vereinigten Königreich lebten, um Parteien zu spenden. Die neue Gesetzeslage sah jedoch vor, dass Personen, die nach dem Vereinigten Königreich zurückkehrten, ein volles Kalenderjahr dort verbringen mussten, bevor sie weitere Spenden tätigen durften. Die Problematik lag in der rückwirkenden Anwendung des Gesetzes, welches ab März galt.
Experten äußerten Bedenken hinsichtlich der Möglichkeit, die Spenden von Harborne und Delo zu verwerfen. Da beide Spender zum Zeitpunkt der Überweisung im Ausland ansässig waren, stellte sich die Frage, ob die rückwirkende Regelung die Zahlungen illegal machte. Es wurde angemerkt, dass die Gesetzeslage eine Frist von sechzig Tagen zur Rückgabe der Gelder vorsah, falls die Spenden den Vorschriften widersprachen. Parlamentarier prüften die Möglichkeit, diese Gesetze rückwirkend anzuwenden.
Parallel dazu thematisierte die Regierungspartei die Bedeutung der Finanzierung politischer Aktivitäten. Angela Rayner betonte, dass die grossen Summen die Frage aufwarfen, wer die Politik finanzierte und ob wenige Einzelpersonen Macht für Macht finanzieren konnten. Es wurde auch die Verbindung zur Kryptowelt thematisiert, da diese Währung häufig für Geldwäsche und zur Umgehung von Sanktionen gegen ausländische Regime verwendet wurde. Die Diskussion um die Sorgfaltspflichten bei der Überprüfung der Spendenquellen blieb ein zentrales Thema in der politischen Debatte.