Der preisgekrönte Regisseur Meji Alabi widmete seine Aufmerksamkeit dem Bürgerkrieg in Nigeria. Er erörterte in seiner neuen Dokumentation die Rolle seines nigerianischen Großvaters im Konflikt, der die junge westafrikanische Nation zwischen 1967 und 1970 zerfetzte. Die Produktion, die von BBC Africa Eye realisiert wurde, enthielt bisher ungesehene Aufnahmen von der Frontlinie des verheerenden Krieges.
Die Dokumentation beleuchtete die tiefen historischen Wunden des Landes. Sie zeigte, wie ethnische Spannungen zur Trennung führten, als sich drei Staaten von der Region abspalteten und die unabhängige Republik Biafra gründeten. Der nigerianische Staat erklärte Krieg, was einen der blutigsten und zersplitterndsten Konflikte des Kontinents darstellte. Schätzungen zufolge starben zwischen fünfhunderttausend und drei Millionen Menschen, darunter viele Kinder, und der Konflikt wurde zum ersten weltweit ausgestrahlten humanitären Desaster.
Die Geschichte des Krieges wurde den meisten Nigerianern durch mündliche Überlieferungen vermittelt. Für viele Jahre war diese Epoche nicht formal Teil des nationalen Schulcurriculums. Leke Alabi-Isama, der mit Meji Alabi zusammenarbeitete, lernte von seinem Vater, Godwin Alabi-Isama, einem ehemaligen Armee-Kommandeur. Dieser hatte auf Seiten der Bundesarmee gegen die ethnischen Separatisten, die für einen abtrünnigen Staat namens Biafra kämpften, gekämpft.
Leke berichtete, dass er erst spät die Gräueltaten und das Ausmaß des Leidens erfuhr. Er sah die Verbrechen der Bundesarmee und der Marine-Kommandos, die Kriegsverbrechen wegen ihrer Handlungen in Biafra begangen hatten. Die Blockade von Nahrungsmitteln durch die Regierung führte zu Hungersnot und dem Tod von Hunderttausenden.
Die Dokumentation diente als Mahnung und ermutigte die Zuschauer, die dunkleren Seiten ihrer gemeinsamen Geschichte mit Ehrlichkeit und Empathie zu konfrontieren. Leke und Meji hofften, dass der Film mehr Überlebende dazu anregte, ihre Geschichten zu erzählen und die Geschichte des Landes weiter zu dokumentieren. Sie betonten, dass die Bewahrung dieser Zeugnisse entscheidend sei, um ein tieferes Verständnis und Heilung zu ermöglichen.