Der Reichtum der australischen Milliardäre stieg im vergangenen Jahr um 25,67 Milliarden Dollar. Diese Entwicklung zeigte sich im Kontrast zur anhaltenden Armut in Australien. Eine Analyse von Oxfam Australia basierte auf der Liste der reichsten Personen und verdeutlichte die massive Ungleichheit in der Gesellschaft. Während die Vermögen der Milliardäre explodierten, lebten Millionen von Menschen weiterhin in Armut.
Die Gesamtreichtümer der australischen Milliardäre erreichten im Jahr 2026 mehr als 686 Milliarden Dollar. Gleichzeitig berichteten die Zahlen von Acoss, dass 3.706.000 Menschen in Armut lebten, darunter 757.000 Kinder unter fünfzehn Jahren. Ein Drittel der Haushalte erlebte im Vorjahr Nahrungsmittelunsicherheit, was auf die tiefe Verunsicherung in der Bevölkerung hinwies.
Ein signifikanter Teil dieses neuen Vermögens resultierte aus den Bereichen künstliche Intelligenz und Rechenzentren. Neben etablierten Namen wie Gina Rinehart traten neue Akteure auf die Liste, darunter Immobilienentwickler und Gründer von KI-gesteuerten Arbeitsplattformen. Diese Entwicklung betonte die zunehmende Kluft zwischen den obersten Schichten und den einfachen Haushalten, da die reichsten Australier nun mehr Vermögen besaßen als die untersten drei Millionen Haushalte.
Jennifer Tierney, Chef-Exekutive von Oxfam Australia, kritisierte das System scharf. Sie argumentierte, dass ein System, in dem extreme Vermögen weiter explodierten, während viele Menschen die Grundbedürfnisse nicht decken konnten, fundamental fehlerhaft sei. Sie betonte, dass die Zunahme des Milliardärsvermögens fast eine Million Australier aus der Armut befreien oder die Stromrechnungen aller Haushalte für über ein Jahr decken konnte.
Tierney forderte strukturelle Reformen des Steuersystems. Sie betonte, dass Reformen der Kapitalertragsteuer und der negativen Abschreibung wichtige Schritte hin zu einem gerechteren Steuersystem seien. Sie warnte davor, dass die Belohnung der Vermögensakkumulation über die Arbeit hinaus fortgesetzt werde, solange keine grundlegenden Änderungen vorgenommen wurden. Eine gerechtere Besteuerung des extremen Vermögens sei notwendig, um den Regierungen die Mittel zu sichern, die sie für bezahlbaren Wohnraum, Gesundheitswesen und den Klimaschutz benötigten.