FaktenBlitz
RSS
Zurück zur Übersicht
Wirtschaft

Residentärzte in England stiegen in Streik

Gehalt und Arbeitsbedingungen führten zu vier Tagen Unterbrechung der Gesundheitsversorgung

Residentärzte in England stiegen im Juni in einem vier Tage langen Streik. Die Ärztegruppen erklärten, dass sie die Streikaktion im Rahmen ihres langjährigen Gehaltsstreits durchführen würden. Sie warfen dem neuen Gesundheitsminister die Verantwortung für diese Entscheidung vor.

Der Streik begann am Montag, dem 15. Juni, um 7 Uhr morgens und endete am Freitag, dem 19. Juni, um 6:59 Uhr. Die Britische Ärzteschaft warnte, dass die Residentärzte im Juli eine weitere Unterbrechung einleiten würden, es sei denn, Fortschritte bei der Erfüllung ihrer Forderungen würden erzielt. Diese neunundsechzigstündige Aktion stellte die 16. Stoppaktion dar, die die Residentärzte seit ihrem ersten Streik im März 2023 durchführten.

Die Gewerkschaft forderte eine Gehaltserhöhung für die 75.000 Residentärzte, um den Verlust der Realwert-Gehälter seit 2008-2009 auszugleichen. Gleichzeitig drängten sie auf eine massive Erweiterung der Ausbildungspätze für Residentärzte, um eine Karriere in medizinischen Fachgebieten zu ermöglichen. Die Gewerkschaft vertrat etwa fünfundfünfzig dieser 75.000 Mediziner.

Der Gesundheitsminister James Murray, der Wes Streeting ablöste, lehnte die Gehaltsforderung als „unrealistisch, unbezahlbar und nicht tragbar“ ab. Er beklagte, dass die Gewerkschaft die Verhandlungen nicht weiter vertieft und stattdessen zu unnötigen und unvernünftigen Streikaktionen greifte. Er betonte, dass die Forderungen nach weiteren substanziellen Gehaltserhöhungen angesichts einer bereits hohen Steigerung von 33,4 Prozent in den letzten vier Jahren nicht haltbar seien. Er warnte davor, dass weitere Streiks Patienten in finanzielle Not bringen und die Gesundheitsversorgung zusätzlich belasten würden.

Die Unterbrechung der ärztlichen Tätigkeit zwang Krankenhäuser dazu, Diagnosetests, ambulante Termine und Operationen neu zu organisieren. Die Kosten für die Bewältigung dieser Situation beliefen sich auf geschätzte 50 Millionen Pfund pro Tag für die Gesundheitsbehörde. Die NHS Alliance kritisierte die jüngste Streikaktion als unüberlegt und verantwortungslos. Sie befürchteten, dass die Bedrohung durch weitere Streiks der Residentärzte die bereits überlasteten klinischen und administrativen Kollegen zusätzlich belastete.

GesundheitswesenStreikArbeitsrechtEngland

Teilen

𝕏 Twitter WhatsApp