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Kultur

Restaurierung des Bullenmosaiks in Mailand: Kontroverse um die 'Glückssymbole'

Touristenrituale und architektonische Reparaturen führten zu Online-Debatten über das Verschwinden von Symbolen

Die Restaurierung eines berühmten Bullenmosaiks in Mailand löste bei den Italienern Verwirrung aus. Die Arbeiten zur Reparatur eines kleinen Kraters, der durch Touristen entstand, als sie ihre Fersen auf den privaten Teilen des Tieres reibten, begannen letzte Woche. Der lokale Stadtrat Marco Granelli verkündete am Wochenende, dass das Mosaik vollständig wiederhergestellt worden sei.

Diese Ankündigung entfachte eine intensive Online-Diskussion. Nutzer äußerten Spekulationen darüber, was mit den ‘Glückssymbolen’ des Bullen geschehen sei. Einige bemängelten, dass die Teile der Tiere verschwunden seien, und verspotteten die Behauptung, die Testikel seien ‘entfernt’ worden. Die öffentliche Meinung spaltete sich bezüglich der tatsächlichen Fortschritte der Sanierung.

Das Mosaik, bestehend aus Beige- und Blautönen, zeigte einen prancingen Bullen, umgeben von einem Wappen, welches die Stadt Turin darstellte, die erste Hauptstadt Italiens. Die Tradition besagte, dass Besucher ihre Fersen dreimal im Uhrzeigersinn auf die Testikel des Bullen drehten, um Glück und einen erneuten Besuch zu erlangen. Diese Praxis hatte jedoch auch zur Bildung des kleinen Kraters an der Stelle geführt.

Der Stadtrat Granelli veröffentlichte seine Stellungnahme in den sozialen Medien, welche von einigen Nutzern kritisiert wurde. Andere fragten nach dem Schicksal der Testikel, während andere behaupteten, etwas sei fehlend gewesen. Der Stadtrat räumte ein, dass die Arbeiten noch nicht abgeschlossen waren. Er betonte, dass das Mosaik noch teilweise bedeckt blieb, damit die Farben der neuen Fliesen ihre Wirkung entfalten konnten.

Der Rat versicherte, dass es keine ‘Verschwindung’ der Testikel gegeben habe. Er erklärte, dass für die Restaurierung rosa Marmor verwendet wurde, da dieser die ursprüngliche Erscheinung des Werkes am besten widerspiegelte. Zudem erwähnte der Rat, dass in einer früheren Restaurierung im Jahr 2017 ein dunklerer Marmor eingesetzt worden war. Der Meisterrestaurator Gianluca Galli teilte der italienischen Zeitung Corriere della Sera mit, dass er seine Arbeit noch nicht beendet habe und keine Einwände gegen seine Maßnahmen erhalten habe, welche unter der ‘Aufsicht’ des Rates durchgeführt wurden.

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