Gina Rinehart, die reichste Persönlichkeit Australiens, lobbierte kontroverse Pläne für die Verlegung der 2032er Olympischen Ruderveranstaltung auf den Fitzroy River in Rockhampton. Dokumente, die von der Queensland-Regierung veröffentlicht wurden, belegten diese Initiative. Die Pläne, die Ruderer 600 Kilometer nördlich der Gastgeberstadt Brisbane zu verlegen, zielten auf einen Fluss ab, der natürliches Lebensgebiet für Salz-Krokodile bot. Diese Entscheidung löste erhebliche Kritik in der Ruder- und breiteren Olympischen Gemeinschaft aus.
Die neu gewählte Queensland-Regierung führte eine Veranstaltungsprüfung durch, welche Anfang 2025 abgeschlossen wurde. Diese Prüfung diente dazu, die Einhaltung von Wahlversprechen bezüglich des Neubaus eines Stadions zu rechtfertigen. Die Entscheidung, die Ruderveranstaltungen nach Rockhampton zu verlegen, widersprach jedoch den Empfehlungen der Prüfung. Diese Empfehlungen hatten vorgeschlagen, die Ruderveranstaltungen nach Sydney zu verlegen und sie in der bestehenden Anlage nahe Penrith abzuhalten.
Bedenken hinsichtlich der Eignung des Fitzroy River gingen weit über den offensichtlichsten Grund – die Salz-Krokodile, die gelegentlich im Wasser Rockhamptons fanden, welches oberhalb des äquatorialen Krebses lag – hinaus. Internationale und australische Rudervertreter und Wettkämpfer äußerten verschiedene Sorgen. Sie befürchteten, dass eine in Rockhampton errichtete Ruderanlage zu einem „weißen Elefanten“ würde. Zudem gab es Bedenken, ob die potenzielle Rennstrecke die strengen technischen Anforderungen für internationale Wettkämpfe hinsichtlich Unkraut, Wasserqualität und Strömungen erfüllen konnte.
Die Situation führte zu einem politischen Wettrüsten. Der stellvertretende Premierminister Queensland, Jarrod Bleijie, erklärte öffentlich, dass die Ruderveranstaltungen entweder in Rockhampton abgehalten würden oder ganz abgesagt würden. Eine nicht datierte Brief von Rinehart an Bleijie, die von der Brisbane Times beschafft wurde, und die vor der Entscheidung der Regierung zur Verlegung der Ruderveranstaltungen nach Rockhampton gesendet worden sein musste, forderte die Verlagerung der Ruderveranstaltungen nach Zentral-Queensland.
Rinehart, eine zentrale finanzielle Förderin der rechtspopulistischen Partei One Nation und mit umfangreichen Bergbau- und Viehzuchtinteressen, erklärte in dem Brief, dass die Durchführung einer Olympischen Veranstaltung in der „Rindhauptstadt“ Queensland es „Queensland ermöglichen würde, die ikonische australische Geschichte unserer Viehzüchter und Bauern zu erzählen“. Sie merkte an, dass die Ruderveranstaltungen auf dem Fitzroy River trainiert und Rockhampton jährlich die staatlichen Schulmeisterschaften Queensland ausrichtete. Rinehart argumentierte, dass die Ruderanlage „weltklasse“ sei und sich nahe wichtiger Infrastruktur befände, was das Potenzial zur Einsparung von Steuergeldern biete.
Sie betonte ferner, dass Rockhampton auch stets eine wichtige Bergbaustadt gewesen sei und dass der nahe Mt Morgan-Bergbau einst das größte Goldbergwerk der Welt war. Rinehart äußerte die Hoffnung, dass Metalle aus diesem Berg das Gold-, Silber- und Bronze-Medaillen für die Olympischen Spiele hervorbringen würden. Sie sah darin eine Möglichkeit, die Herkunft der Olympischen Medaillen zu zeigen und Olympische Veranstaltungen in der Nähe zu veranstalten, was sie als eine „schöne Ergänzung“ empfand.